Cesc Fàbregas: Der verlorene Sohn trifft auf seine Macher
Aktualisiert

Cesc FàbregasDer verlorene Sohn trifft auf seine Macher

Mit 16 Jahren verliess Cesc Fàbregas den FC Barcelona, und ging nach London. Heute trifft er in der Champions League mit Arsenal auf seine Macher.

von
Sandro Compagno
15 Tore in der Liga, 3 in der Champions League: Fàbregas ist der wichtigste Einzelspieler der Gunners. (Keystone)

15 Tore in der Liga, 3 in der Champions League: Fàbregas ist der wichtigste Einzelspieler der Gunners. (Keystone)

16 Jahre und 177 Tage alt war der Mittelfeldspieler, als ihn Arsène Wenger erstmals in der ersten Mannschaft von Arsenal einsetzte. Wenige Monate zuvor hatte er die Jugendakademie La Masia freiwillig verlassen. Das ist zumindest ungewöhnlich – seine damaligen Kollegen Piqué oder Messi sind den Weg zu Ende gegangen und stehen beim Anpfiff im Emirates Stadion (20.45 Uhr, SF zwei) auf der anderen Seite der Mittellinie.

Für Barça und seine Fans ist Fàbregas auch knapp sieben Jahre nach seinem Wegzug ein verlorener Sohn und der Wille, ihn zurückzuholen, ist ungebrochen. Auf Barcelona angesprochen, bekennt sich Fab­regas zu Arsenal, aber er lässt ein Türchen offen: Wenn Coach Pep Guardiola ihn an­rufen würde, «wäre das etwas anderes». Guardiola verkörperte jenen Spielertyp, zu dem Fàbregas immer aufgeblickt hat: technisch und läuferisch stark und mit blendendem Passspiel. Als die Eltern des damals 14-jährigen Cesc 2001 geschieden wurden, liess ihm Guardiola sein signiertes Shirt mit der Nummer 4 nach La ­Masia schicken. Guardiola versah es mit einer Widmung: «Eines Tages wirst du die Nummer 4 von Barcelona sein.»

Doch neben dem Wunsch nach der Rückkehr gibt es auch noch den katalanischen Stolz. An der International Football Arena IFA im September 2009 in Rüschlikon referierte Barcelonas Jugendko­ordinator Albert Capellas über La Masia. Auf eine Rückkehr des verlorenen Sohnes angesprochen, meinte der Katalane ungerührt: «Ich weiss nicht, ob er neben Xavi, Iniesta und Messi einen Platz hätte ...»

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