Der Vermieter muss nicht alles wissen

Aktualisiert

Der Vermieter muss nicht alles wissen

Ende März ist wieder Zügeltermin. Vermehrt prüfen Eigentümer potentielle Mieter auf Herz und Nieren – und dies oft nicht im Einklang mit dem Datenschutz.

«Ich hatte schon viel Pech mit den Mietern, jetzt prüfe ich sie gründlicher», sagt ein privater Vermieter aus Ebikon. Dazu nutze er sein Beziehungsnetz, und das reiche bis zur Polizei. «Die Vermieter können überall nachfragen, das ist nicht verboten. Doch die Polizei darf nicht Auskunft geben», so Simon Kopp, Sprecher der Luzerner Strafuntersuchungsbehörden.

Luzerns Polizeikommandant Pius Segmüller: «Wäre dem so, ist dies klar ein Verstoss gegen den Personenschutz und müsste zur Anzeige gebracht werden. Doch mir ist kein solcher Fall bekannt.» Auch gibt es vermehrt Vermieter, die den Lohnausweis anfordern.

Dazu René Wicki vom Luzerner Mieterverband: «Das ist uns bekannt und es verstösst gegen den Datenschutz. Wir empfehlen stattdessen, eine Lohnspanne anzugeben.» Laut Wicki werden Vertreter des Verbandes auch vermehrt zu Wohnungsabnahmen gerufen: «Viele Mieter haben Angst, Kosten aufgebrummt zu bekommen, die sie gar nicht verursacht haben.»

Sandra Ziegler

Deine Meinung