Der Verteidigungsminister gratuliert
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Der Verteidigungsminister gratuliert

Bundesrat Samuel Schmid hat am Montag die 42. Solothurner Filmtage eröffnet. Er beglückwünschte die Filmschaffenden zu den Erfolgen des letzten Jahres.

Festivaldirektor Ivo Kummer sah Schattenseiten hinter diesem Erfolg und kritisierte das Filmförderungssystem «succes cinema».

Dass der helvetische Verteidigungsminister die Solothurner Filmtage eröffne, töne nach Science Fiction, begann Schmid seine Rede in der Solothurner Reithalle. Es möge genau so exotisch sein, wie wenn Gunter Sachs eine Tonbildschau für die Schweizer Armee produzieren würde. Nur sei beides «harte Realität». Tatsächlich habe Sachs 1978 als HD-Soldat eine Tonbildschau über die Frauen in der Schweizer Armee gemacht. «Das Thema lag ihm», sagte Schmid laut Redetext.

Er halte den Schweizer Film als bewegtes und bewegendes Kulturgut für unverzichtbar und er stehe dazu, dass dieser mit staatlichen Mitteln gefördert werde. Schmid sprach auch das Interesse der Filmemacher am Bundeshaus an. So erinnerte er an den Erfolg von «Mais im Bundeshaus» und an «Cannabis», in dem ein kiffender Bundesrat die Hauptrolle spielte. «Dabei», so Schmid, «reicht am Mittwochmorgen im Bundeshaus schon eine Diskussion über das Kollegialitätsprinzip, damit wir alle Sieben 'high' sind».

Zehn Prozent Marktanteil des Schweizer Films im letzten Jahr und 1,5 Millionen Eintritte seien beeindruckend. Der Schweizer Film nehme die Befindlichkeiten der Gesellschaft auf. Ob «Breakout» nun im Spiegel der Kritik «brutal gut» oder «eine unfreiwillige Lachnummer» sei, könne er nicht beurteilen. Aber dass der Film die Hip-Hop-Kultur und die damit leider auch verbundene Jugendgewalt auf der Leinwand thematisiere, gehöre zur Aufgabe des Schweizer Films. Er hoffe, dass Dani Levys Komödie über Adolf Hilter auf eine wache Gesellschaft treffe. «Sonst ist er gefährlich», sagte Schmid.

Auch Festivaldirektor Ivo Kummer sprach von einem erfolgreichen Jahr für den Schweizer Film. Der Erfolg habe jedoch auch einen Schönheitsfehler - namentlich das automatische Filmförderungssystem «succes cinema». Dieses System ermögliche den Filmschaffenden ein freieres Arbeiten, weil sie für einen erfolgreichen Film Gutschriften für neue Projekte abrufen und investieren könnten. Je mehr erfolgreiche Filme es gebe, desto mehr müssten sie sich die Gutschriften teilen und umso weniger erhalte damit ein einzelnes Werk, kritisierte Kummer.

Eröffnet wurden die Filmtage mit dem Film «Marmorera», von Markus Fischer. Insgesamt werden im Verlauf der Woche 297 Filme präsentiert. Alleine im «Forum Schweiz» - mit neuen Schweizer Filmen - werden 235 Streifen gezeigt. Die Retrospektive ist dieses Jahr dem Kameramann Renato Berta gewidmet. Mit Spannung erwartet wird zudem der Dokumentarfilm «Elisabeth Kopp - eine Winterreise», der in Solothurn seine Premiere feiert. Eine Delegation von Sennen und Bäuerinnen wird den Film «Johle und werche - der Klang vom Toggenburg» von Thomas Lüchinger begleiten, der am kommenden Samstag als Premiere gezeigt wird. Neben dem dem Film-Programm finden zudem mehrere Podiumsdiskussionen statt. Erstmals verliehen wird der Prix du Public, den das Publikum bestimmen kann. Zum zehnten Mal wird am Mittwoch der vom Bundesamt für Kultur präsentierte Schweizer Filmpreis verleiht. (dapd)

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