Bei Velounfall in Losone TI gestorben - Der Vierfachmörder Günther Tschanun ist seit über sechs Jahren tot
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Bei Velounfall in Losone TI gestorbenDer Vierfachmörder Günther Tschanun ist seit über sechs Jahren tot

Vor über 30 Jahren exekutierte Günther Tschanun, Ex-Chef der Zürcher Baupolizei, in seinem Büro in Zürich vier seiner Mitarbeiter mit gezielten Kopfschüssen. Jetzt ist rausgekommen, dass Tschanun seit über sechs Jahren tot ist.

von
Marcel Urech
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Ein Fahndungsplakat des Schweizer Mörders Günther Tschanun aus dem Jahr 1986.

Ein Fahndungsplakat des Schweizer Mörders Günther Tschanun aus dem Jahr 1986.

Michèle Binswanger: Günther Tschanun: Der verklärte Mörder. In: Der Bund. 10. April 2021. Gemeinfrei.

Darum gehts

  • Günther Tschanun exekutierte im Jahr 1986 vier seiner Mitarbeiter in Zürich.

  • Er war danach 20 Jahre im Zuchthaus und tauchte danach unter einem neuen Namen ab.

  • Jetzt ist klar: Der Ex-Chef der Zürcher Baupolizei ist seit Februar 2015 tot.

Vor über 30 Jahren sorgte ein Tötungsdelikt in der Schweiz für Schlagzeilen weit über die Landesgrenzen hinaus: Am 16. April 1986 exekutierte Günther Tschanun, der damals 45-jährige Chef der Zürcher Baupolizei, in seinem Büro im Amtshaus IV in Zürich vier seiner Mitarbeiter mit gezielten Kopfschüssen und verletzte einen fünften schwer. Nun hat die Tamedia-Journalistin Michèle Binswanger herausgefunden, dass Tschanun tot ist – und das seit über sechs Jahren. Er sei am 25. Februar 2015 bei einem Velounfall am Ufer der Maggia bei Losone gestorben, im Alter von 73 Jahren, schreiben «Tages-Anzeiger» und «Sonntagszeitung».

Dass er verstarb, habe Binswanger vor zwei Jahren an einer Führung im Kriminalmuseum erfahren, berichtet das Schweizer Fernsehen SRF. Laut der Journalistin lebte Tschanun nach seinem Gefängnisaufenthalt unter dem neuen Namen Claudio Trentinaglia. Das erfuhr Binswanger auf dem Totenschein, den sie im Zürcher Amt für Justizvollzug einsehen konnte.

Flucht nach Frankreich

Laut Binswanger zog es Tschanun nach den Morden nach Beaune ins französische Burgund. Dort sei er nervös in der Gegend herumgeirrt, über Felder gewandert und sei immer wieder in der Basilika Notre-Dame anzutreffen gewesen. In Beaune habe er sich auf einem Friedhof das Leben nehmen wollen. So weit sei es aber nicht gekommen, da er von Dritten gestört wurde und sich für «ein Leben mit der Tat» entschieden habe.

Am 29. Februar 1988 verurteilte das Zürcher Obergericht Tschanun zu einer Zuchthausstrafe von 17 Jahren. In der Anklageschrift war damals von einem «genau überlegten Liquidationsplan zur Liquidation seiner beruflichen Gegner» die Rede. Der Staatsanwalt zog das Urteil weiter an das Bundesgericht, das den Entscheid im Januar 1990 aufhob. Das Zürcher Obergericht erhöhte darauf das Strafmass auf 20 Jahre Zuchthaus. Tschanun kam im Januar 2000 frühzeitig frei. Weil er laut den Gutachtern nicht rückfallgefährdet sei.

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