«Schwule klopfen»: Der vierte Mann will nicht dabei gewesen sein
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«Schwule klopfen»Der vierte Mann will nicht dabei gewesen sein

Im Juni 2015 wurde ein Homosexueller im Basler Schützenmattpark verprügelt. Die Schläger kassierten deswegen Strafbefehle. Einer erkämpfte nun einen Freispruch.

von
lha
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Vier junge Männer verprügelten am 28. Juni 2015 einen damals 50-jährigen Homosexuellen im Schützenmattpark. Die Täter hatten zuvor explizit beschlossen, «Schwule klopfen» zu gehen.

Vier junge Männer verprügelten am 28. Juni 2015 einen damals 50-jährigen Homosexuellen im Schützenmattpark. Die Täter hatten zuvor explizit beschlossen, «Schwule klopfen» zu gehen.

20 Minuten
Der Schützenmattpark ist nachts als Homosexuellen-Treffpunkt bekannt. Es kommt dort auch immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen gegen Schwule.

Der Schützenmattpark ist nachts als Homosexuellen-Treffpunkt bekannt. Es kommt dort auch immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen gegen Schwule.

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Das Opfer erlitt Verletzungen im Gesicht, am Kopf, Brustkorb, Rücken sowie an Armen und Beinen. Nach der Attacke alarmierte der Mann umgehend die Polizei.

Das Opfer erlitt Verletzungen im Gesicht, am Kopf, Brustkorb, Rücken sowie an Armen und Beinen. Nach der Attacke alarmierte der Mann umgehend die Polizei.

Keystone/Georgios Kefalas

Vier junge Männer gingen am 28. Juni 2015 im Basler Schützenmattpark gezielt «Schwule klopfen». So steht es in einem der Strafbefehle, die gegen alle vier erlassen wurden. Wegen Körperverletzung kassierten sie bedingte Geldstrafen und Bussen. Sie hatten in jener Nacht einen damals 50-Jährigen attackiert und mit homophoben Beleidigungen eingedeckt.

Einer der vier Tatbeteiligten wehrte sich gegen den Strafbefehl und bekam am Freitag in zweiter Instanz vor dem Basler Appellationsgericht recht, wie das Regionaljournal von SRF berichtet. Der 23-Jährige argumentierte, er habe beim Angriff nur unbeteiligt danebengestanden.

Der Opferanwalt Dominic Nellen hielt entgegen, dass sich der junge Mann sehr wohl wegen Gehilfenschaft schuldig gemacht habe. Dies, weil er wusste, was seine Kollegen im Sinn hatten und er nichts dagegen unternommen habe. Schlimmer noch, mit seiner Präsenz habe er sie in ihrem Tun sogar noch ermutigt.

«Nichts Illegales getan»

Das Appellationsgericht kam zwar nicht zum gegenteiligen Schluss, konnte aber die Aussage des Beschuldigten nicht widerlegen. Dieser behauptete nämlich, bei der «abscheulichen» Tat nicht einmal in der Nähe gestanden zu haben. Weil er nichts Illegales getan habe, dürfe er dafür nicht verurteilt werden. Das Gericht folgte dieser Argumentation und sprach den Mann frei.

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