Es geht voran: Der Volks-Computer aus Nordkorea
Aktualisiert

Es geht voranDer Volks-Computer aus Nordkorea

In Kim Jong Ils Reich beginnt das digitale Zeitalter im Jahr 2011. Das nordkoreanische Staatsfernsehen kündigte die Produktion eigener PCs an. Diese erinnern an Laptops aus den guten alten 90er Jahren.

von
owi
Einen Design-Preis gibts wohl nicht: So soll der Nordkorea-PC aussehen.

Einen Design-Preis gibts wohl nicht: So soll der Nordkorea-PC aussehen.

Nordkoreas Diktator Kim Jong Il ist kein Freund moderner Technologie. Die Angst vor Revolutionen wie im arabischen Raum dürfte zu gross sein. Kommunikations-Technologien wie das Internet werden daher rigoros zensiert. Nur ein paar tausend privilegierte Nordkoreaner haben Zugang zu einer stark zensierten Version des Internets. Zu erreichen sind unter anderem 30 Websites, die den «geliebten Führer» - wie Kim in den nordkoreanischen Medien genannt wird – preisen.

Kaum hat der gesundheitlich angeschlagene 70-jährige Diktator Kim seinen 27-jährigen Sohn Kim Jong Un zum potenziellen Nachfolger erkoren, scheint die technologische Evolution Einzug zu halten. In der Hauptausgabe der Tagesschau des Staatsfernsehens wurden drei Computer-Modelle made in Nordkorea angekündigt, schreibt der Tech-Blog «Übergizmo». Ein von gizmodo.com veröffentlichtes Foto zeigt ein klobiges Notebook mit kleinem Display, das an die frühen 90er-Jahre erinnert.

PCs sind zum Lernen und Arbeiten da

Um das Volk nicht auf falsche Gedanken zu bringen, sollen den Nordkorea-PCs sämtliche Funktionen fehlen, die nichts mit Arbeiten oder Lernen am Hut haben.

Im Fernsehen war anscheinend die Fabrik zu sehen, wo die Geräte zusammengebaut werden. Ein Bild zeigte acht Arbeiter, die an einer langen Werkbank sitzen und die Geräte montieren. Zwei der drei gezeigten Computer-Modelle sind Lern-Computer, das dritte Modell wurde als Office-Gerät vorgestellt. Die Schüler-Geräte erlauben so prickelnde Dinge wie «das Arbeiten mit Lernbüchern, Vokabeln trainieren oder Denkübungen», sagte ein Sprecher der gezeigten Fabrik im nordkoreanischen Fernsehen. Das Geschäfts-Modell ist mit Office-Software ausgestattet und kommt sogar mit einem Webbrowser.

Zumindest so lange Papa Kim Jong Il das Zepter schwingt, dürften Nordkoreaner damit aber nur staatlich geprüfte Internetseiten abrufen können.

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