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Der wärmste Winter aller Zeiten

Der Winter 2006/07 hat nur auf dem Papier stattgefunden: Seit Beginn der Messungen im Jahr 1864 wurden in der Schweiz noch nie derart hohe Temperaturen gemessen.

In den meisten Gebieten war der meteorologische Winter, der am (morgigen) Mittwoch zu Ende geht, um 3 bis 4 Grad milder als normal, wie MeteoSchweiz am Dienstag mitteilte. In den tiefen Tälern des Alpennordhangs, am Genfersee und auf der Alpensüdseite wurden 2,5 bis 3,5 Grad mehr als üblich gemessen.

Die Rekorde für Winter-Höchsttemperaturen purzelten gleich reihenweise, etwa in den tiefen Lagen der Nordwestschweiz, des Mittellandes, dem Talboden des Engadins und den meisten Orten der Alpensüdseite.

Einen neuen Winterrekord bedeuteten etwa die 5 Grad Celsius, die in Basel im Durchschnitt von Anfang Dezember bis zum 22. Februar gemessen wurden. Der bisher höchste Winterdurchschnitt aus dem Jahr 1916 lag bei 4,6 Grad, wie MeteoSchweiz auf ihrer Homepage schreibt.

Neue Rekord-Durchschnittstemperaturen wurden auch in Zürich (3,7 gegenüber 3,1 Grad aus dem Jahr 2001), Lugano (6,1/5,3 Grad, 1998) und Sils-Maria GR (- 3,5/- 3,7 Grad, 1989) gemessen. In Bern wurde mit 2,8 Grad der Rekord aus dem Jahr 1994 egalisiert.

Keine Rekorde in den Bergen

In fast allen übrigen Gebieten der Schweiz sei der Winter 2006/07 der zweitwärmste seit Messbeginn gewesen, schreibt MeteoSchweiz weiter. So wurden etwa in Genf im Durchschnitt dieses Winters 4,1 Grad gemessen; der Rekord aus dem Jahr 2001 liegt bei 4,4 Grad.

In Sitten betrug die Durchschnittstemperatur diesen Winter 2,6 Grad gegenüber einem Rekord von 3 Grad im Jahr 2001. In Engelberg OW und Château d'Oex VD wurden im Mittel 0,7 Grad gemessen; 1990 waren es an beiden Orten 1,1 Grad gewesen.

Keine Rekordmittel wurden im Jurabogen und in den höheren Lagen der Alpen gemessen. Hier hatte es 1989/90 einen noch etwas milderen Winter gegeben. Auch in den wichtigen Föhngebieten wurden keine Rekordtemperaturen verzeichnet. Dies lag laut MeteoSchweiz daran, dass diesen Winter selten Föhn auftrat.

Wenig Schnee in Niederungen

Mit den milden Temperaturen gingen geringe Schneefälle, insbesondere in den Niederungen einher, wie MeteoSchweiz weiter schreibt. Auf dem Zürichberg etwa gab es nur an 2 Tagen eine Schneedecke mit insgesamt 12 Zentimetern Schnee. Weniger Schnee fiel in Zürich nur im Winter 1989/90, als an 2 Tagen zusammen 3 Zentimeter weisse Pracht vom Himmel kamen.

Entsprechend schien die Sonne in der Schweiz durchwegs länger als im langjährigen Mittel. Im Flachland der Alpennordseite betrug die Besonnung sogar mehr als 150 Prozent des Normalwertes.

Insgesamt wichen die Niederschlagsmengen diesen Winter aber wenig von den Normalwerten ab. Auf der Alpensüdseite fiel insgesamt etwas mehr Niederschlag als üblich, in den anderen Regionen gab es teilweise etwas zu wenig Niederschlag. (sda)

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