25.07.2020 21:20

Jair Bolsonaro«Der Wald fängt kein Feuer»

Wirre Aussagen von Brasiliens Präsident: Ärzte sollen Hydroxychloroquin verschreiben, und allfällige Feuer im Amazonas-Regenwald seien ausschliesslich von Eingeborenen gelegt.

Stattdessen könne man ja Europa aufforsten: Bolsonaro provoziert mit gewagten Aussagen.

Während seiner wöchentlichen Live-Übertragung auf Social Media beteuerte Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro erneut seine Unterstützung für die Verwendung des Malaria-Medikaments Hydroxychloroquin. Eigenen Angaben zufolge nahm er es selbst. Dessen Wirksamkeit gegen das Virus Sars-CoV-2 ist bislang jedoch nicht nachgewiesen.

Dann zeigte er eine ausgedruckte Weltkarte in die Kamera. Darauf sollen in Rot die Orte zu sehen sein, die momentan mit Waldbränden zu kämpfen haben. «Im Amazonasgebiet gibt es nichts Rotes, es fängt kein Feuer. Der Wald fängt kein Feuer.» Stattdessen laufe die ganze Zeit eine bösartige Kampagne gegen Brasilien, weil das mit der Wirtschaft zusammenhänge.

Dann räumt Bolsonaro doch noch ein: «Es gibt hier einige Regionen mit Brandherden, die es jedes Jahr gibt und geben wird, in denen der Eingeborene das Feuer legt. Es ist seine Kultur, oder er wird nächstes Jahr nichts zu essen haben». Dies, weil durch das Feuer Fläche zur Bewirtschaftung freigemacht wird.

«Das Amazonasgebiet ist grösser als Europa, es gibt keine Möglichkeit, es zu kontrollieren», so Brasiliens Präsident. Was allerdings nicht ganz der Wahrheit entspricht. Europa ist mit über 10 Millionen Quadratkilometer knapp doppelt so gross wie der Regenwald.

Negativ auf Coronavirus getestet

Seine Infektion mit dem Coronavirus hat Bolsonaro eigenen Angaben zufolge überwunden. Ein neuer Corona-Test sei negativ ausgefallen, schrieb der Staatschef am Samstag auf Twitter.

Bolsonaro hatte vor zwei Wochen bekanntgegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Seitdem führte er die Amtsgeschäfte aus der Quarantäne in der Präsidentenresidenz in Brasília. Mehrere Tests in den vergangenen Wochen waren positiv ausgefallen.

Nach den Vereinigten Staaten ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem grössten Land Lateinamerikas mehr als zwei Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Über 85 000 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch deutlich höher liegen, da in Brasilien nur wenig getestet wird.

(sda/ajs)

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6 Kommentare
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Josef

26.07.2020, 10:45

Hat Bolsonaro nicht recht? Europa ist doppelt so gross, hat aber kaum mehr ursprünglichen Urwald. Sehr grosse, zusammenhängende Waldgebiete, wie der Amazonas, gibt es in Europa nicht. Grossangelegte Aufforstungen sind mir nicht bekannt. In der Schweiz versucht man im Gegenteil das Verbuschen der Weiden, die Vorstufe zum Wald, zu verhindern.

Romi

26.07.2020, 10:22

Der ist wirklich wirr im Kopf. Der bewegt sich auf einer Ebene mit Trump, Kim, Maduro, und dem Thai-König.

Mary

26.07.2020, 10:16

Das traurige ist, dass es immer noch Leute gibt, die seinen Aussagen glauben.