Aktualisiert 03.12.2006 22:21

Der warme Herbst lässt die Gletscher rascher schwinden

Der Winter wird laut Meteo Schweiz wärmer als üblich. Die hiesigen Gletscher haben wegen dem Wärmerekord dieses Herbstes seit Juli bis zu neun Meter an Dicke verloren.

Laut Meteo Schweiz wird es von Dezember bis Ende Februar im Schnitt über 2,5 Grad warm bleiben. Dieser Wert liegt laut «SonntagsZeitung» 3,3 Grad über der Temperatur des letzten Winters und ein Grad über dem Schnitt der letzten 19 Jahre. Diese saisonale Vorhersage ist jedoch mit einer hohen Unsicherheit behaftet, warnen die Meteorologen.

Gesichert ist: Noch nie gab es in der Schweiz einen wärmeren Herbst als in diesem Jahr – mit fatalen Folgen für die hiesigen Gletscher, wie neue Zahlen belegen: Sie haben seit Juli fast durchweg 1 bis 1,5 Meter an Dicke verloren, und der Volumenverlust beträgt fast das Doppelte wie in normalen Jahren, sagte Gletscherforscher Wilfried Haeberli dem deutschen Nachrichtenmagazin «Spiegel».

Manche Eisströme verschwinden noch schneller: Die Eisdecke des Untere Grindelwaldgletscher etwa ist um sechs bis sieben Meter niedriger geworden. Die Zunge des Findelgletschers hat neun Meter an Dicke verloren. Ähnliche Werte wurden auch am Morteratsch-, dem Aletsch- und dem Gornergletscher bei Zermatt gemessen. Wegen der Herbstwärme, die den Permafrost auftaut, wird laut Experten zudem die Gefahr vor Bergstürzen erhöht.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.