Der Wein - ein Pestizidcocktail
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Der Wein - ein Pestizidcocktail

Wein ist nicht nur wegen des Alkoholgehalts mit Mass zu geniessen: Konventionell erzeugte Weine sind deutlich stärker mit Pestiziden belastet als Öko-Weine.

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von 40 Rotweinen, die das Pestizid- Aktionsnetzwerk PAN Europe am Mittwoch in Brüssel vorstellte.

Untersucht wurden Weine aus Frankreich, Italien, Deutschland, Österreich, Portugal, Australien, Chile und Südafrika. Dabei fanden die Tester teilweise einen Cocktail von bis zu zehn verschiedenen Pflanzenschutzmitteln. Die geltenden Höchstgrenzen wurden allerdings in keinem Fall überschritten.

Während von sechs untersuchten Öko-Weinen fünf keine Rückstände hatten, waren nach Angaben der Tester in allen 34 untersuchten Weinen aus traditioneller Herstellung Pestizide nachweisbar. Der Preis spielte dabei keine Rolle: Pflanzengifte fanden sich auch in zwei Flaschen französischen Spitzenweins, die jeweils mehr als 200 Euro kosten.

In einem beanstandeten Öko-Wein aus der französischen Bourgogne führten die Tester die Rückstände auf die Verunreinigung angrenzender Felder zurück. PAN ist ein Netzwerk von weltweit mehr als 600 Organisationen vor allem aus dem Umweltbereich.

Krebserregend

Bestimmte Pestizide stehen im Verdacht, Krebs zu erzeugen und das Erbgut zu verändern. Dabei gibt es aber noch grosse Erkenntnislücken.

So fanden die Tester in den deutschen und österreichischen Weinen Substanzen, die in den USA als «womöglich» oder «wahrscheinlich» krebserregend eingestuft werden. In der EU gibt es aber bisher keine entsprechende Klassifizierung.

In Weinen aus Frankreich, Italien, Chile oder Südafrika waren dagegen Pestizide nachweisbar, die auch nach EU-Einschätzung Krebs erzeugen können. Die Stoffe überschritten allerdings nicht die erlaubten Grenzwerte.

Nicht zu Verzicht raten

Auch das Pestizid-Aktionsnetzwerk wollte denn nicht so weit gehen, Weinliebhabern zum Verzicht zu raten: «Wir können niemandem sagen: Trink keinen Wein mehr», sagte PAN-Mitarbeiter Elliott Cannell. Allerdings seien alle Weinbauern aufgefordert, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln deutlich zu drosseln.

Nach PAN-Angaben werden auf Europas Weinstöcken 20 Prozent aller Pestizide versprüht - dagegen stehen sie nur für drei Prozent der Ackerfläche.

(sda)

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