Ballon d'Or: Der Weltmeister will seinen Weltfussballer
Publiziert

Ballon d'OrDer Weltmeister will seinen Weltfussballer

Bei der Wahl der Fifa ging Frankreich leer aus. Nun soll ein Franzose den Ballon d'Or kriegen. Antoine Griezmann?

1 / 30
Hugo Lloris (Tor, Frankreich, Tottenham)

Hugo Lloris (Tor, Frankreich, Tottenham)

kein Anbieter/AFP/Adrian Dennis
Thibaut Courtois (M.) (Tor, Belgien, Real Madrid)

Thibaut Courtois (M.) (Tor, Belgien, Real Madrid)

AFP/Curto de la Torre
Jan Oblak (Tor, Slowenien, Atlético Madrid)

Jan Oblak (Tor, Slowenien, Atlético Madrid)

kein Anbieter/AP/Paul White

«Was kann er noch tun, um ihn zu gewinnen?» Nun, Diego Godin, die Antwort lautet offenbar auch in einem WM-Jahr: die Champions League gewinnen. Der Verteidiger von Atlético Madrid macht sich im Vorfeld des Ballon d'Or für seinen Teamkollegen Antoine Griezmann stark. Der Weltmeistertitel mit Frankreich und der Gewinn der Europa League reichten dem Franzosen nicht zur Wahl des Fifa-Weltfussballers.

Die Veranstaltung des Weltverbandes – die Fifa kürt ihre Weltbesten seit 2016 in Eigenregie – endete gar ohne einen Weltmeister in den Top 3. WM-Finalist und Champions-League-Sieger Luka Modric setzte sich Ende September gegen Cristiano Ronaldo (Real Madrid, jetzt Juventus Turin) und Mohamed Salah (Liverpool) durch.

Nun soll es also mit dem Ballon d'Or klappen, den «France Football», ein französisches Magazin, seit 1956 vergibt. Wenn nicht für den 27-jährigen Angreifer, dann für einen anderen Weltmeister. «Ein Franzose sollte gewinnen», so Griezmann auf dem Cover der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins. Es stehen sieben zur Auswahl, so viele wie zuletzt nach dem Gewinn der Heim-WM 1998. Ein gutes Omen gibts obendrauf: Damals wurde mit Zinédine Zidane letztmals ein Franzose Weltfussballer.

29 Spieler sind 2018 nebst Griezmann nominiert, darunter auch Diego Godin. Inwiefern sich die Wahl von derjenigen der Fifa unterscheidet, zeigt sich am 3. Dezember. Die Jury ist zumindest eine andere: Während bei «France Football» 173 Stimmen von Fachjournalisten zählen, ist es bei der Fifa ein Mix aus Fans, Nationaltrainern und Captains sowie ausgewählten Journalisten.

Luka Modric ist Weltfussballer

Der Kroate wird für eine starke Saison geehrt. (Video: Tamedia/SNTV via AP)

Elf Fakten zur Auswahl von «France Football»:

Die Madrilenen

Acht Kandidaten stehen bei Real Madrid unter Vertrag. Der Club hatte Ende Mai in Kiew zum dritten Mal in Serie die Champions League gewonnen. Mit Luka Modric haben die Königlichen bereits den Fifa-Weltfussballer. Gut möglich, dass Real den dritten Sieger in Folge stellt, der zugleich den Ballon d'Or überreicht kriegt. 2016 und 2017 hatte sich Cristiano Ronaldo das Double geschnappt.

Modric erstmals Europas Fussballer des Jahres

Luka Modric ist erstmals Europas Fussballer des Jahres. Bei der Wahl setzte sich der Star von Real Madrid gegen den viermaligen Sieger Cristiano Ronaldo und Liverpools Mo Salah durch. (Video: Tamedia/AFP)

Luka Modric ist Weltfussballer

Der Kroate wird für eine starke Saison geehrt. (Video: Tamedia/SNTV via AP)

Luka Modric ist erstmals Weltfussballer. (Video: Tamedia/SNTV via AP)

Die Deutschen

Ein Champions-League-Titel rechtfertigt keine Nomination. Für Toni Kross, Modrics Mittelfeldpartner bei Real Madrid, fand sich kein Platz unter den 30 Spielern. Was auffällt: 2018 ist kein Deutscher dabei.

Die Bundesliga

So gesehen gehört die Bundesliga nicht mehr zu den Top-Ligen Europas. Die 30 Kandidaten sind in Spanien (14), England (11), Italien (2) und Frankreich (3) engagiert.

Die Italiener

Auch hier steht die Null. Immerhin sind drei in der Serie A engagierte Spieler nominiert.

Die Stammgäste

Man kennt sich. Die 30 Namen verteilen sich auf lediglich zehn Clubs. FC Barcelona (3), Real Madrid (8), FC Liverpool (4), Paris Saint-Germain (3), Atlético Madrid (3), Manchester United (1), Tottenham Hotspur (2), Juventus Turin (2), FC Chelsea (2), Manchester City (2).

Der Dauerbrenner

Cristiano Ronaldo ist zum 14. Mal in Folge auf der Liste und damit einmal mehr als Lionel Messi.

Die Neuen

12 der 30 Fussballer sind erstmals auf der Liste vertreten. Die Abwechslung ist wohl primär auf das WM-Jahr, aber auch auf die Leistungen des FC Liverpool zurückzuführen. Das Ensemble von Jürgen Klopp begeisterte national und international und erreichte den Final der Champions League. Welche drei Akteure von Liverpool nebst Mohamed Salah zur Wahl stehen, sehen Sie in der Diashow oben.

Die Nicht-WM-Fahrer

27 der 30 Spieler waren an der WM in Russland zu sehen. Sie fragen sich, wer primär mit seiner Leistung im Club punktete. Die Antwort findet sich in Madrid: Karim Benzema, Gareth Bale (beide Real) und Jan Oblak (Atlético).

Der Jüngste

Er ist erst 19, ist aber schon zum zweiten Mal für den Ballon d'Or nominiert: Kylian Mbappé. Diese Ehre wurde noch keinem anderen unter 20 zuteil.

Der Älteste

Ist Cristiano Ronaldo mit 33. Er ist einer von 13 Spielern, die 30-jährig oder älter sind.

Die Offensiven

Wenig überraschend wird die Auswahl von den Offensiven dominiert: 15 Angreifer, sieben Mittelfeldspieler, vier Verteidiger und vier Torhüter schickt «France Football» ins Rennen.

Sollte ein Franzose Weltfussballer werden? Welche Titel/Leistungen sind aussagekräftiger? Sollte die Champions League in einem WM-Jahr weniger Gewicht haben? Diskutieren Sie mit!

(20 Minuten)

Deine Meinung