WM-Vorbereitung: Der Weltmeister zum Auftakt
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WM-VorbereitungDer Weltmeister zum Auftakt

Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft bestreitet heute Abend das erste von acht Testspielen vor der WM im Mai. Gegner in Rapperswil ist Titelverteidiger Schweden.

Die Schweizer Nationalmannschaft hat am Montag die Vorbereitung auf die Eishockey-WM in Minsk (9. bis 25. Mai) begonnen. In den ersten beiden von acht Testspielen trifft das Team von Sean Simpson heute Mittwoch und am Freitag auf Weltmeister Schweden.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die SIH-Auswahl zu Beginn der WM-Vorbereitung gegen den Weltmeister gespielt - damals war dies Russland. Da aber sowohl in der Schweiz als auch in Schweden die Playoffs noch laufen, haben beide Mannschaften wenig mit jenen Teams zu tun, die dann in Minsk auflaufen werden. Bei den Skandinaviern sind nicht weniger als elf Debütanten dabei. Mit 45 Länderspielen der Erfahrenste ist Dick Axelsson, der ab der kommenden Saison für den HC Davos spielt. Der Flügelstürmer ist der einzige aus dem Weltmeisterteam. Zum Aufgebot der Schweden gehört auch Daniel Bang von Lausanne.

Vier Silberhelden im Aufgebot

Bei den Schweizern sind mit Julien Vauclair, Robin Grossmann, Andres Ambühl und Reto Suri immerhin vier Spieler mit von der Partie, die im vergangenen Jahr in Stockholm sensationell WM-Silber geholt haben. Zu ihrer Premiere im Nationaldress kommen (wohl) Torhüter Michael Flückiger sowie die Stürmer Lino Martschini und Eric Walsky.

Noch spezieller sind die Partien in Rapperswil-Jona (Mittwoch) und Arosa aber für Dean Kukan. Der 20-jährige Verteidiger, der Jüngste im aktuellen Team, spielt seit drei Jahren bei Lulea in Schweden, wobei er seine erste komplette Saison in der höchsten Liga bestritt. Während der Qualifikation brachte er es auf eine Plus-8-Bilanz und erzielte vier Tore sowie acht Assists.

In den Playoffs war dann für den Finalisten des Vorjahres aber bereits in den Viertelfinals gegen Växjö Schluss. «Individuell hatte ich eine sehr gute Saison», sagte Kukan. Überhaupt hat er den Schritt in den hohen Norden nie bereut. «Ich habe jedes Jahr Fortschritte erzielt, vor allem konditionell bin ich momentan auf einem Topniveau.» Dennoch sieht er in diesem Bereich weiter Luft nach oben. Zudem will er auf dem Eis noch härter und bestimmter spielen.

Wiedersehen mit Teamkollegen

In der nächsten Saison wird Kukan mit Sicherheit noch für Lulea tätig sein - seit vergangenem November wohnt er mit seiner schwedischen Freundin in einem Vorort. Danach kann er sich einen Wechsel nach Nordamerika vorstellen, wenn er eine Chance erhalten würde. Auch die American Hockey League wäre für ihn eine Option. Vorerst gilt aber sein ganzer Fokus der WM-Vorbereitung.

Kukan kann sich angesichts seiner Entwicklung durchaus Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme machen, auch wenn er noch nicht daran denke. «Ich nehme Spiel für Spiel und schaue, wie es läuft. Dann sehen wir, wie es rauskommt», so Kukan, der das System von Simpson schon seit der U20 kennt. Gegen Schweden trifft er auf vier Teamkollegen. «Das ist ziemlich lustig. Wir haben schon ein paar Spässe gemacht.»

Simpsons letzte WM-Vorbereitung

Speziell ist der Start in die WM-Vorbereitung auch für Simpson, ist es doch, weil er sich mit dem Verband nicht auf eine weitere Zusammenarbeit einigen konnte, seine letzte Mission als Nationaltrainer. Dies bedauert er nach wie vor. «Ich dachte, dass meine Arbeit mit der Nationalmannschaft noch nicht zu Ende ist. Ich habe drei Jahre gebraucht, um endlich die alte Ära wegzubringen. Dennoch bleibt meine Einstellung gleich. Wir tun unser Bestes.» Kann die besondere Situation ein Nachteil sein? «Wenn alle Spieler kommen, kann es gut sein, dass es kein Nachteil ist. Ich hoffe, dass sie stolz sind, für die Schweiz anzutreten, dass es keine Rolle spielt, was der Coach im nächsten Jahr macht. Das soll meiner Meinung nach immer die Einstellung sein.» Eine gewichtige Absage gab es mit Martin Plüss allerdings bereits - diese ist aber durchaus nachvollziehbar. Vom letztjährigen WM-Team erklärte auch Dario Bürgler Forfait; der Davoser Stürmer war in Stockholm jedoch nie zum Einsatz gekommen.

Was erwartet Simpson von den Schweden? «Sie präsentieren immer eine starke Mannschaft, haben viel Tiefe im Eishockey. Die Herausforderung für unsere junge Mannschaft in dieser Woche ist gross. Aber wir spielen zu Hause. Wir sollten Respekt, aber keine Angst haben.» Die Bilanz gegen die Skandinavier ist deutlich negativ: 13 Siegen stehen 71 Niederlagen gegenüber. Dazu kommen sieben Unentschieden. Unter Simpson gab es in neun Partien drei Erfolge - allesamt in Schweden erzielt. Ein Heimsieg wäre also an der Zeit.

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