Wetterchaos: Der Winter hat Südeuropa im Griff
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WetterchaosDer Winter hat Südeuropa im Griff

Anhaltender Niederschlag und hohe Windgeschwindigkeiten haben weite Teile Europas in Ausnahmezustand versetzt. In Sizilien fordern starke Überschwemmungen bereits Todesopfer.

von
lvm

(Video: Reuters)

Am vergangenen Wochenende zeigte sich der Winter von seiner zerstörerischen Seite: Mindestens drei Menschen starben am frühen Sonntag, darunter ein siebenjähriges Kind. Es wurde mit zwei Frauen im sizilianischen Noto in einem Auto von den Wassermassen erfasst und weggeschwemmt. Vier weitere Menschen, darunter die Mutter des Kindes, konnten sich nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa noch in Sicherheit bringen. «Meine innigen Gedanken gelten der Bevölkerung, die von den schweren Regenfällen, Überschwemmungen und Hochwassern betroffen sind», sagte Papst Franziskus beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz am Sonntag.

Überdurchschnittlich viel Schnee

Die Gemeinde Kötschach im österreichischen Kärnten kämpft zurzeit mit riesigen Schneemassen. In drei Tagen fiel so viel Schnee wie in anderen Jahren während einem ganzen Monat. Um öffentliche Gebäude vom tonnenschweren Schnee zu befreien, wurde die österreichische Armee aufgeboten. In der Ortschaft besteht die Gefahr, von Dachlawinen verschüttet zu werden. Die Bewohner wurden angehalten, den Schnee nicht selbst zu räumen, sondern auf entsprechend geschulte Einsatzkräfte zu warten.

In Slowenien waren nach dem Schneesturm am Wochenende immer noch rund 115'000 Menschen ohne Strom. Das berichtete Verteidigungsminister Roman Jakic am Montag in Ljubljana nach einer Krisensitzung. 500 Tonnen Stahlschrott und Dutzende Kilometer zerstörte Stromleitungen liegen demnach im ganzen Land am Boden. Jakic sprach von einer «Naturkatastrophe grösseren Ausmasses». Die Behebung der Schäden könne Monate dauern. Das kleine EU-Land Slowenien hat seine Nachbarn Italien und Österreich sowie die EU-Kommission in Brüssel um Hilfe gebeten.

Zerstörerische Riesenwellen

Bis zu zehn Meter hohe Wellen richteten an der nordspanischen Atlantikküste schwere Schäden an. In der Region Asturien zerstörten die Wogen ein Meeresmuseum in Luarca, das nach eigenen Angaben über eine der bedeutendsten Sammlungen von Riesenkalmaren in der Welt verfügt hatte. Der Direktor bezifferte den Schaden am Sonntag auf mehr als zwei Millionen Euro.

Auch aus Grossbritannien werden Überschwemmungen gemeldet. Vielerorts wird versucht, fliessende Gewässer mit Sandsäcken in Schach zu halten, um ein weiteres Ansteigen der Flusspegel zu verhindern. Nach Angaben der Meteorologen war der Januar der nasseste Monat im Süden Englands seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Und auch für die Insel gilt: Die Gefahr durch das Wetter ist noch nicht vorbei. Die Experten rechnen mit weiteren starken Windböen und anhaltenden Regenfällen. (lvm/20 Minuten/sda)

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