Quarantäne missachtet : «Der Wirt hat das nicht mit Absicht gemacht»
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Quarantäne missachtet «Der Wirt hat das nicht mit Absicht gemacht»

In Grenchen wurde eine Bar geschlossen. Der Wirt M.P. hatte sich trotz Quarantäne-Anordnung in der Bar befunden.

von
Christian Holzer
Denise Brechbühl

Xaver Karatas erzählt vom Wirt der Baracoa Bar in Grenchen SO.

(Video: 20 Minuten)

Darum gehts

  • Das Amt für Wirtschaft und Arbeit kontrollierte in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei Solothurn am Samstagabend die Baracoa Bar in Grenchen.
  • Dabei stellten sie fest, dass eine anwesende Person die Quarantänemassnahme missachtete.
  • Die Bar wurde darauf vorübergehend geschlossen.

In Grenchen SO ist eine Bar geschlossen worden, nachdem sich dort eine Person aufhielt, die ihre Quarantäne missachtete. Wie 20 Minuten weiss, handelt es sich bei dem Lokal um die Baracoa Bar. Wirt M.P.* schreibt auf Facebook: «Ich habe nur die Kasse gemacht und keine Kunden bedient.» Er sei erst spät dort eingetroffen, weil er dachte, es sei niemand mehr vor Ort. Für sein Verhalten erntet P. Kritik von einem Gastro-Kollegen. Ein Wirt, der sein Lokal in unmittelbarer Nähe des Baracoas hat, sagt dazu: «Das ist absolut unverantwortlich. So etwas verstehe ich nicht. Das käme mir nie in den Sinn.»

Xaver Karatas, Wirt von City Food Grenchen, nimmt P. hingegen in Schutz. Im Video beschreibt er ihn als einen kreativen und verantwortungsbewussten Menschen. «Er ist einer, der immer schaut. Ich glaube nicht, dass er das mit Absicht gemacht hat.» Er kann sich die Anwesenheit von P. trotz Quaratäne-Anordnung nur so erklären: «Ich denke, er ist an dem Abend gekommen, um die Kasse zu machen und die Bar zu schliessen.» Er fügt an an: «Er ist halt einer, der immer etwas macht.» Besonders schade findet er, dass P., nachdem er erst kürzlich sein Lokal wieder aufmachen konnte und es wieder läuft, die Bar wieder schliessen muss.

Auch eine Bewohnerin von Grenchen findet nur gute Worte: «Der Wirt ist hier sehr bekannt und jeder mag ihn. Er arbeitet sehr viel und liebt das, was er macht. Er hat fast immer 14-Stunden-Tage.» Weiter erzählt sie, dass P. sich sehr für die Kultur engagiere und Menschen eine Perspektive biete, die sonst keine hätten.

*Name der Redaktion bekannt

(SDA)

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