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«Der Wixxer»«Der Wixxer»: Wallace für Fortgeschrittene

KOMÖDIE – Spätestens seit «Der Schuh des Manitu» boomt das Genre der Filmparodie auch in Deutschland. Kunststück, erscheint es doch ungleich einfacher, sich über Bestehendes lustig zu machen, als wirklich originär witzig zu sein.

Die insgesamt 38 Edgar-Wallace-Krimis, die zwischen 1959 und 1972 entstanden, sind ja inzwischen bereits an sich zum Lachen – den Machern von «Der Wixxer» dienten sie lediglich als Vorlage: Respektlos, aber ohne die Grenze zum Plumpen zu überschreiten, vergingen sich die Drehbuchautoren Oliver Kalkofe, Bastian Pastewka und Oliver Welke am kultigen Original. Den Titel leiteten sie von der populärsten Folge, «Der Hexer» (1964), ab, ansonsten fühlte man sich in Bezug auf Figuren und Handlung frei.

Und so erlebt der Zuschauer vergnügliche 83 Minuten, in deren Verlauf das Ossi-Ehepaar Doris (Anke Engelke) und Dieter (Olli Dittrich) im düsteren England Zeugen eines grausamen Verbrechens werden. Scotland Yard beauftragt seine zwei besten Männer mit dem Fall, doch bald stellt sich die Frage: Auf wen hat es der Mörder als Nächstes abgesehen? Und wer ist der Wixxer eigentlich?

Vieles dreht sich in diesem Film also um den lustigen Titel. Die Produzenten wollten den Streifen in Amerika angeblich unter dem Namen «The Masturbator» ins Kino bringen – aber das ist wohl ebenso wenig ernst zu nehmen wie alles andere, was in «Der Wixxer» thematisiert wird. Für einen kurzweiligen Kinoabend zu Hause reichts auf alle Fälle.

Martin Söhnlein

«Der Wixxer» mit Olli Dittrich, Bastian Pastewka, Anke Engelke, Regie: Tobi Baumann. Impuls Home Entertainment.

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