Mail aus Sotschi: Der wohl langweiligste Olympia-Job
Aktualisiert

Mail aus SotschiDer wohl langweiligste Olympia-Job

Täglich erreicht uns elektronische Post von unseren Reportern aus Sotschi. Herbie Egli berichtet über eine seiner vielen Fahrten in die Berge.

von
Herbie Egli
Sotschi

Wenn die Medienschaffenden das Haupt-Pressecenter im Olympia Park verlassen, um zu den Wettkampfstätten in den Bergen zu gelangen, benutzen sie den Bus oder die Bahn nach Krasnaja Poljana. Die Fahrt über die neu erstellten Wege, die mehrheitlich parallel zueinander verlaufen, dauert rund eine Stunde.

Sitzt man im Bus mit den durch Aufkleber versiegelten Türen, fährt man stets an Sicherheitsleuten vorbei. In der Stadt steht an jeder Kreuzung mindestens ein Polizist oder eine Person der Armee. Entlang einer Pipeline beim Flughafen, die man nach etwa einer Viertelstunde passiert, stehen die Securitys auf mehreren 100 Metern sogar in 30 Metern Abstand. Während der Fahrt nach Krasnaja Poljana sind die Männer mit ihren gelben oder orangen Leuchtwesten auch nicht zu übersehen. Sie bewachen Strassen-Einmündungen, Hochspannungsmasten oder sonst einen neuralgischen Punkt.

Ich stelle mir den Job weit weniger interessant vor als meinen. Natürlich dient er der Sicherheit, worüber wahrscheinlich jeder hier froh ist. Während ich aber über die Wettkämpfe und gewonnenen Schweizer Medaillen berichten darf, stehen sich die Wachmänner stundenlang die Füsse in den Bauch. Oftmals im Schatten hinter den Bergen, wo die Sonne nie scheint.

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