Nach 200 Jahren: Der Wolf kehrt nach St.Gallen zurück
Aktualisiert

Nach 200 JahrenDer Wolf kehrt nach St.Gallen zurück

Der Wolf kommt nach St. Gallen zurück: Tier­schützer sind erfreut, Schafzüchter besorgt.

von
tob/eli
Der Wolf wird zum Thema für die St. Galler Behörden. (Symbolbild)

Der Wolf wird zum Thema für die St. Galler Behörden. (Symbolbild)

Noch fehlt der endgültige Beweis, doch die Fachleute sind sicher: Es war ein Wolf, der dieser Tage im Ramozatobel bei Vättis – in unmittelbarer Nähe zur Kantonsgrenze – drei Schafe gerissen hatte. «Es war eine Frage der Zeit, bis der Wolf in unserer Gegend auftaucht», sagt Markus Brülisauer vom kantonalen Amt für Natur, Jagd und Fischerei. Denn: Schon seit einer Weile wurde im angrenzenden Bündnerland ein einsamer Wolf – wahrscheinlich ein junges Männchen auf der Suche nach Anschluss – registriert. Ein solches Tier kann an einem Tag Dutzende von Kilometern zurücklegen.

200 Jahre nach seiner Ausrottung würde der Wolf damit wieder in den Kanton St. Gallen zurückkehren. Nicht alle sind darüber begeistert. Bereits jetzt machen sich die Schafzüchter Gedanken über bevorstehende Massnahmen. «Allenfalls müssen Tiere vorzeitig von der Alp geholt werden», sagt Martin Keller vom kantonalen Schafzüchterverband. «Längerfristig muss man über Schutzhunde nachdenken.» Vorsorglich wurde eine Wolfs-Arbeitsgruppe aus Vertretern von Tierschutz, Jagd, Landwirtschaft und Kanton gebildet. Sie soll ein Konzept für den Umgang mit dem Raubtier ausarbeiten. Dieses soll bis zur nächsten Alpsaison vorliegen. (tob/eli/20 Minuten)

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