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GrossbritannienDer Zügelmann von Facebook nahm alles mit

Möbel, Spielzeug, Verlobungsring: Über Facebook angeheuerte Zügelmänner haben einer Familie die Wohnung ausgeräumt und sind mit Hab und Gut verschwunden.

von
kko
Die Betrüger haben Becky Szenk und Mark Higgins den ganzen Hausrat gestohlen.

Die Betrüger haben Becky Szenk und Mark Higgins den ganzen Hausrat gestohlen.

Screenshot BBC

Als «Man With a Van» (Mann mit Transporter) hat sich ein Mann unter dem Namen Lee Green auf Facebook für Umzugsarbeiten zur Verfügung gestellt. Das kam Becky Szenk (22) und ihrem Verlobten Mark Higgins aus der Stadt Walsall in den West Midlands gerade recht. Mit ihrer kleinen Tochter Ariyah wollten die beiden in eine Wohnung über dem Pub ziehen, in das das Paar beinahe sein ganzes Vermögen investiert hat.

Die beiden waren angewiesen worden, im Vorfeld ihr gesamtes Hab und Gut in Kisten zu verpacken und diese gut zu beschriften. Green brachte einen Kollegen mit. Die beiden seien äusserst höflich gewesen, schienen professionell und arbeiteten emsig. «Es ging alles so schnell», sagte die junge Mutter zu «DailyMail». Sie hätten den gesamten Hausrat innert 45 Minuten in den Transporter verladen. Sie habe sie noch auf die speditive Arbeitsweise angesprochen. «Wir haben noch viel zu tun heute», war die Antwort darauf.

«Ich habe noch nie so viel geweint»

Dann brausten die Zügelmänner angeblich in die rund 12 Kilometer weit entfernte neue Bleibe los. Und waren nie mehr gesehen.

«Ich habe noch nie so viel geweint», sagt Szenk. Nicht nur der Verlust von Möbeln, Kühlschrank und Kleidung schmerze sie, sondern vor allem auch jener persönlicher Gegenstände wie Familienfotos, Baby-Spielzeug und – ihren Verlobungsring.

Die junge Familie hat ausser dem Fernseher, den sie im eigenen Auto transportierte, einen Warenwert von 10'000 Pfund (rund 14'800 Franken) verloren. Auch die Krankenakte der siebenmonatigen Tochter und sogar Lebensmittel waren darunter. Die Möbel und Geräte seien ihr egal, so die junge Mutter. «Aber die persönlichen Sachen kann nichts ersetzen.»

Fast 2000 Pfund gesammelt

Szenk hofft, dass ihr Fall anderen eine Lehre ist, niemanden via Social Media anzuheuern. Mittlerweile existiert die Facebook-Seite von Lee Green nicht mehr. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Um sich das Nötigste für den Neustart zu kaufen, hat das junge Paar eine Sammelaktion auf der Seite Gofundme gestartet. Dort sind in den letzten fünf Tagen bereits 2000 Pfund (rund 2'900 Franken, Stand 15.30 Uhr) zusammengekommen.

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