Warmes Wetter: Des Sommers Nebenwirkungen
Aktualisiert

Warmes WetterDes Sommers Nebenwirkungen

Der Sommer ist voll da. Doch nicht alle können sich darüber freuen - ganz im Gegenteil. Für Pollenallergiker ist jetzt die schlimmste Zeit des Jahres.

von
Manuel Jakob
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Buchen Sie Ihre Ferien so, dass Sie der schlimmsten Phase der Polleninvasion entkommen können. Geeignete Urlaubsziele: Meer, Wüste oder Hochgebirge (ab 1500 Metern Höhe).

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Dann können Sie auch wieder Sport im Freien treiben: Ansonsten draussen lieber auf anstrengende Aktivitäten verzichten.

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Riedinger Philippe
Zu Hause gilt: Fenster zu. Durchlüften empfiehlt sich höchstens kurz (in Städten zwischen 6:00 und 8:00 Uhr in der Früh, auf dem Land abends zwischen 19:00 und 24:00 Uhr). Nach Regenschauern ist die Luft von Pollen befreit. Ein guter Moment, um das Fenster zu öffnen oder einen Spaziergang zu unternehmen.

Zu Hause gilt: Fenster zu. Durchlüften empfiehlt sich höchstens kurz (in Städten zwischen 6:00 und 8:00 Uhr in der Früh, auf dem Land abends zwischen 19:00 und 24:00 Uhr). Nach Regenschauern ist die Luft von Pollen befreit. Ein guter Moment, um das Fenster zu öffnen oder einen Spaziergang zu unternehmen.

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Das warme Wetter der vergangenen Tage birgt nicht nur die Gefahr eines frühen Sonnenbrandes . Auch Allergiker leiden unter den hohen Temperaturen. Weil es in diesem Jahr bereits so früh warm ist, stehen Bäume und Blumen früher in Blüte. Momentan ist die Luft in grossen Teilen des Mittellandes geschwängert mit Birkenpollen, auf die viele Allergiker mit Heuschnupfen reagieren: gerötete Augen, laufende Nase, Jucken im Rachenbereich oder gar am ganzen Körper.

Weil aktuell sowohl Birken als auch Eschen in voller Blüte stehen und enorme Mengen an Pollen in die Luft abgeben, leiden Allergiker besonders. Im Unispital Zürich wurden allein am Freitag 17 Notfälle behandelt, wie Peter Schmid, Leiter der Allergiestation, berichtet. Üblicherweise werden dort in der Hauptsaison nicht mehr als zwei bis drei Patienten notfallmässig behandelt.

Zwar begannen Birke und Esche, zwei der gefürchtetsten Pollenschleudern für Allergiker, in diesem Jahr gemäss der Biometeorologin Regula Gehrig von Meteo Schweiz nur gerade zwei bis drei Tage früher als üblich zu blühen. Doch wegen des warmen Wetters von Anfang April sind im Tessin bereits Gräserpollen nachzuweisen - einen vollen Monat früher als normal. Auch auf der Alpennordseite konnten schon einzelne Gräserpollen in der Luft nachgewiesen werden, man könne aber noch nicht von einem eigentlichen Blühen der Gräser reden, so Gehrig. Das kann sich allerdings schnell ändern.

Längere Leidenszeit

Diese Entwicklung hat Auswirkungen auf Allergiker. Denn während Gehrig erwartet, dass der frühe Sommerbeginn bei den Bäumen die gesamte Saison einfach nach vorne verschiebt und diese damit nicht länger blühen werden, verlängert sich die Blütezeit der Gräser. Es ist davon auszugehen, dass diese bis zu zwei Wochen länger als üblich in Blüte stehen werden. Zudem haben Experten der Freien Universität Berlin gerade erst vermeldet, dass auch bei Birken aufgrund der Klimaerwärmung eine längere Saison zu erwarten sei. «Bei der Birke beginnt die Blüte aufgrund der in den vergangenen 25 Jahren gestiegenen Temperaturen im Februar und März im Mittel zehn Tage früher, und sie blüht auch insgesamt acht Tage länger», sagte Sandra Kannabei vom Institut für Meteorologie gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Das verlängert entsprechend auch die Leidenszeit der Allergiker.

Pollen-Alarm bei Meteo Schweiz

Massiver Zeckenbestand?

Unter den fliegenden Pollen leiden vermehrt auch Tiere, wie 20 Minuten berichtet hat. Doch damit nicht genug: Auf die Vierbeiner kommen wegen dem frühen Sommerbeginn noch ganz andere Probleme zu.

Hundehalter klagen derzeit über massiven Zeckenbestand. Ihre Lieblinge werden von den kleinen Blutsaugern regelrecht überfallen. «So früh im Jahr habe ich noch nie so viele Zecken gesehen. Und obwohl ich meinen Beagle-Mischling regelmässig mit Zeckenschutzmittel behandle, finde ich die fiesen Tierchen in seinem Fell», erzählt exemplarisch eine Hundehalterin aus Zürich. Auch höre sie von zahlreichen Bekannten, dass die Tierchen in diesem Frühjahr besonders aggressiv auftreten würden und ihre Haustiere trotz des aufgetragenen Schutzes quälen würden.

Zecken befallen allerdings nicht nur Hunde und Katzen. Auch Menschen sollten sich vor den Spinnentierchen in Acht nehmen. Dr. Norbert Satz, Spezialist für Zeckenerkrankungen in Zürich, kann nicht per se bestätigen, dass es 2011 mehr Zecken als in vergangenen Jahren geben würde. Allerdings: Weil diesen Frühling die Temperaturen schlagartig angestiegen seien, kommen alle Zecken zeitgleich hervor. Und weil die Leute sehr sonnenhungrig und entsprechend auch etwas unvorsichtig seien, was Schutzkleidung betrifft, gebe es aktuell viele Fälle von Zeckenbissen. «Obwohl dieses Frühjahr nur eine durchschnittliche Anzahl an Zecken bringt, rechne ich mit überdurchschnittlich vielen Patienten», bestätigt er eine entsprechende Anfrage. Hüten müsse man sich vor den Tierchen besonders in der Hauptsaison - also im April und im Mai.

Weitere Informationen zur aktuellen Pollensituation finden Sie unter pollenundallergie.ch oder bei MeteoSchweiz.

Tipps für Heuschnupfen-Allergiker

Auf diese Regeln sollten Sie achten:

Schlafen Sie bei geschlossenen Fenstern.

Dosieren Sie Ihren Aufenthalt im Freien, man kann nicht pollenfrei leben.

Passen Sie Spaziergänge, Sport etc. den gegebenen Verhältnissen an.

Waschen bzw. spülen Sie Ihre Haare vor dem Schlafengehen, um Pollen zu beseitigen, die sich sonst im Bett ablagern und eingeatmet werden.

Wechseln und lagern Sie pollenbelastete Kleidung ausserhalb des Schlafzimmers.

Trocknen Sie Wäsche nicht im Freien. Meiden Sie Gartenarbeit bzw. passen Sie sie witterungsbedingt an.

Halten Sie die Fenster im Auto geschlossen.

Lassen Sie einen Pollenfilter nachrüsten. Vermeiden Sie zusätzliche Reize auf Schleimhäute, z.B. Augenkosmetika, Reinigungsmittel, Rauchen, Bratdünste etc.

Bevorzugen Sie Hochgebirge, See und Meer bei Ihrer Urlaubsplanung.

Bitte beachten Sie, dass aufgrund der Kreuzreaktivität bei Verzehr bestimmter Nahrungsmittel allergische Reaktionen ausgelöst werden können.

(Quelle: meteonews.ch)

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