Austria, Andorra, Malawi: Des woar goar nix!
Aktualisiert

Austria, Andorra, MalawiDes woar goar nix!

Österreich muss sich im Medaillenspiegel wohl einen Nuller notieren lassen. Unser östlicher Nachbar kassiert eine bittere Schlappe in London. Nicht, dass uns das freuen würde.

von
fox

Ganz Österreich hoffte im Kajak-Doppel auf eine Medaille. Yvonne Schuring und Viktoria Schwarz holten 2011 immerhin den Weltmeistertitel. Die beiden hätten die Baisse beenden können. Doch es wurde nichts: Rang 5. Damit bleiben Länder wie Hongkong, Kuwait oder Tadschikistan mit je einmal Bronze im Medaillenspiegel vor Österreich. Denn unser östlicher Nachbar weist noch immer keinen Podestplatz aus.

Die letzte Hoffnung liegt gemäss dem standard.at jetzt auf der Mountainbikerin Elisabeth Osl. Die 26-Jährige gehört immerhin zur erweiterten Weltspitze. Vergleichbar wäre ein Exploit wohl mit einer Medaille von Viktor Röthlin im Marathon. Eine bescheidene Hoffnung. Das widerspiegelt sich auch in den Kommentaren: «Was hat Österreich mit Liechtenstein gemeinsam?», fragt ein sarkastischer User und gibt gleich die Antwort: «Genau – keine Medaille.» Da lachen wir natürlich mit.

Erster Nuller seit 1964

Nicht dass wir uns freuen würden, dass Österreich wohl leer ausgeht. Wir haben uns ja auch nicht gefreut, dass Deutschland erstmals bei olympischen Schwimmwettkämpfen ohne Podestplatz aus dem Becken steigt. Aber null Medaillen bei Olympia, das ist für ein Land der Grössenordnung wie Österreich bitter.

Die Ösis bleiben so zum 19. Mal im Medaillenspiegel bei Olympischen Sommerspielen hinter der Schweiz (achtmal wars umgekehrt). Für ein Land unserer Grössenordnung zählt ein Sieg über den vergleichbaren Nachbarn mehr als die effektive Platzierung im Medaillenspiegel. Es ist so wie das Duell USA gegen China - nur auf tieferem Niveau. Kleiner Wermutstropfen: Es handelt sich nicht um Winterspiele. Dort konnte die Schweiz nur dreimal (21 Austragungen) vor dem sportlichen Erzfeind bleiben.

Für Austria datiert die letzte Blamage auf dieser Stufe von 1964. Bei den Sommerspielen in Tokio resultierte der bis anhin einzige Nuller. Den Österreichern bleibt im Moment nur eines: «Gehn mar Schifahrn.» Am 27. Oktober beginnt die Weltcup-Saison in Sölden.

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