Gleisarbeiten: Deshalb ist es in Rothenburg zum tödlichen Bahnunfall gekommen

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GleisarbeitenDeshalb ist es in Rothenburg zum tödlichen Bahnunfall gekommen

Im vergangenen September wurde ein Bauarbeiter beim Bahnhof Rothenburg von einem fahrenden Zug tödlich getroffen. Der Untersuchungsbericht gibt nun Aufschluss, wie es zum tragischen Unfall kommen konnte.

von
Sara Andrea Formentin
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Der Bahnhof Rothenburg war im September 2022 Schauplatz eines tödlichen Unfalls: Ein Bauarbeiter wurde bei Gleiserneuerungsarbeiten von einem heranrasenden Zug überfahren.

Der Bahnhof Rothenburg war im September 2022 Schauplatz eines tödlichen Unfalls: Ein Bauarbeiter wurde bei Gleiserneuerungsarbeiten von einem heranrasenden Zug überfahren.

Google Photos/ Roland Zumbuehl
Der Mann arbeitete zusammen mit einem Baggerführer und einem Sicherheitswärter. (Symbolbild) 

Der Mann arbeitete zusammen mit einem Baggerführer und einem Sicherheitswärter. (Symbolbild) 

Flickr
Die Untersuchung der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) ergab, dass der 46-Jährige selbst die Verantwortung für den Unfall trug, da er die Arbeit auf den Gleisen wieder aufnahm, ohne die Genehmigung des Sicherheitswärters abzuwarten.

Die Untersuchung der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) ergab, dass der 46-Jährige selbst die Verantwortung für den Unfall trug, da er die Arbeit auf den Gleisen wieder aufnahm, ohne die Genehmigung des Sicherheitswärters abzuwarten.

Google Photos/ Jan Bläsi

Darum gehts: 

  • Im September 2022 kam ein Bauarbeiter bei Gleiserneuerungsarbeiten am Bahnhof Rothenburg ums Leben.

  • Der Arbeiter wurde von einem Zug überfahren, der aus Olten in Richtung Luzern kam.

  • Gemäss den Untersuchungsergebnissen der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) wurden die Sicherheitsbedingungen während der Arbeiten eingehalten.

  • Laut der Rekonstruktion wartete der Arbeiter nicht auf das Signal des Sicherheitswärters, bevor er die Arbeiten an den Gleisen wieder aufnahm.

Am 16. September 2022, kurz vor neun Uhr, hatte sich ein tödlicher Unfall auf den Gleisen des Bahnhofs Rothenburg ereignet. Ein 46-jähriger Bauarbeiter kam ums Leben, als er von einem Zug erfasst wurde, der von Olten in Richtung Luzern fuhr. Der Mann arbeitete zusammen mit einem Baggerführer und einem Sicherheitswärter an der Erneuerung der Bahnhofsgleise und dem Bau einer neuen Unterführung.

Die Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) hat nun ihren Bericht veröffentlicht. Demnach wurden keine Sicherheitsvorschriften verletzt. Die Verantwortung für den Unfall liege bei dem Bauarbeiter.

Das Alarmsystem wurde ordnungsgemäss aktiviert 

Nach der Rekonstruktion der Sust begannen die Arbeiten um sieben Uhr: Direkt auf Gleis 2 wurde ein Graben für eine Sickerleitung ausgehoben. Als Sicherheitsmassnahme wegen des Zugverkehrs auf demselben Gleis wurde zwischen den Gleisen 2 und 1 eine Schranke sowie eine akustische und optische Signalanlage installiert.

Ein paar Minuten vor neun Uhr näherte sich der Personenzug von Olten her in Richtung Luzern. Bevor der Zug die Baustelle auf den Gleisen erreichte, wurde wie geplant das Alarmsystem aktiviert, und auch der Sicherheitswärter signalisierte die bevorstehende Ankunft des Zuges mit seinem Rufhorn. Der Baggerfahrer stellte daraufhin seine Arbeit ein und setzte den Baggerlöffel auf den Boden ab. Der Bauarbeiter ging in den Fluchtraum.

Der Bauarbeiter hat sich offenbar ohne Genehmigung in den Graben zurückgezogen

«Nachdem sich der Sicherheitswärter versichert hatte, dass alle Bauarbeiten eingestellt und sich der Bauarbeiter im Fluchtraum befand, drehte er sich gegen den nahenden Zug, um dem Lokführer mit einem Handzeichen anzuzeigen, dass er gesehen wurde», wie die Sust weiter schreibt. Doch als der Zug die Baustelle passierte, erkannte der Lokführer einen Bauarbeiterhelm, der sich von der Abschrankung heraus nach oben bewegte. Dabei traf der Zug den Bauarbeiter.

Die Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle kam daher zu dem Schluss, dass der tödliche Unfall darauf zurückzuführen ist, dass der Bauarbeiter seine Arbeit in der Gefahrenzone wieder aufgenommen hatte, ohne zuvor die Erlaubnis des Sicherheitswärters abzuwarten. Alle Sicherheitsvorschriften wurden korrekt umgesetzt.

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