Aktualisiert 03.07.2014 06:33

Aktie weiter im Hoch

Deshalb lässt GoPro die Konkurrenz stehen

Die Aktien des Actionkamera-Herstellers GoPro haben seit dem Börsenstart von letzter Woche um mehr als 100 Prozent zugelegt. Branchenkenner erklären das Erfolgsrezept der US-Firma.

von
Arno Meili

Der Sportkamera-Gigant GoPro reitet weiter auf einer Erfolgswelle. Seit dem Börsendebüt vor rund einer Woche hat sich der Aktienkurs mehr als verdoppelt. Die Papiere verteuerten sich von 24 auf knapp 50 Dollar. Damit ist das Unternehmen an der Börse rund sechs Milliarden Dollar wert. Die Beliebtheit bei den Anlegern lässt sich dabei unter anderem mit den Geschäftszahlen der US-Firma erklären. Allein im vergangenen Jahr lag der Umsatz bei rund einer Milliarde, der Gewinn bei 61 Millionen Dollar.

Kein Wunder also, haben zahlreiche andere Hersteller ähnliche Produkte zu massiv billigeren Preisen auf den Markt gebracht - mit mässigem Erfolg. Den Grund dafür sieht Digitec-Sprecherin Stefanie Hynek in der Bekanntheit der Marke: «GoPro gilt mittlerweile schon fast als Synonym für Action-Kameras. Das macht es der Konkurrenz unglaublich schwer, an den Erfolg von GoPro anzuknüpfen.»

Bei der Qualität nicht immer vorne dabei

Für Daniel Rei, Sprecher von Brack.ch, war der Zeitpunkt des Markteintritts entscheidend: «GoPro waren die Ersten, die ein massentaugliches Produkt lanciert haben und es auch dementsprechend gut zu vermarkten wussten.» Dies erlaube es der Firma nun, einen Teil der Einnahmen weiter ins Marketing zu investieren und ihre marktführende Position so noch auszubauen.

Nicht immer an die Spitze schaffen es GoPro-Produkte bei der Qualität, wie unter anderem ein Rating von Stiftung Warentest zeigt. «Einzelne Konkurrenten schneiden in Tests besser ab oder verfügen über Funktionen und Ausstattungen, welche diejenigen der GoPro übertreffen», sagt Hynek zu 20 Minuten. Als Beispiele nennt sie GPS-Funktionen, den Bildstabilisator oder den Bildschirm. Am besten bewerten die beiden Experten GoPro-Kameras bei der Bildqualität. «Technisch gesehen ist sie die einzige Actionkamera in unserem Sortiment, die Videos in 4K-Auflösung aufnimmt», so Rei. Ausserdem überzeuge die Kamera durch ihre hochwertige Verarbeitung.

GoPro will Medienunternehmen werden

Für Anleger sind indes nicht nur die hohen Verkaufszahlen des Unternehmens attraktiv. «Der wahre Investorenappetit für GoPro-Papiere liegt im Potenzial, mit den GoPro-Filmen Geld zu machen», sagt Asheesh Advani, CEO der Investmentfirma Covestor zum Onlineportal Ecommercetimes. In einer kürzlich verfassten Mitteilung schreibt GoPro dazu, dass man zu einem Medienunternehmen werden wolle und mit der Verbreitung der eigenen Filme zusätzliche Einnahmen plane.

Laut dem österreichischen Infoportal Horizont will das Unternehmen dafür im Werbegeschäft Fuss fassen, sprich seine Videos für Produktplatzierungen und Sponsoren zugänglich machen. Dazu ist die Firma auf verschiedenen Kanälen präsent, beispielsweise einigte man sich vor kurzem mit Microsoft über einen eigenen XBox Live Kanal. Das erlaube den Verkauf von Werbeplätzen, Sponsoring und natürlich zusätzlich die Bewerbung der eigenen Kameras, heisst es in der Mitteilung weiter. Seit letztem Jahr können sich Passagiere von Virgin America ausserdem GoPro-Filme während ihren Flügen anschauen. Für 2014 sind laut GoPro weitere Partnerschaften geplant.

Zwei Millionen Abonnenten

Eine starke Präsenz besitzt GoPro bereits auf Youtube. So wurden laut eigenen Informationen 2014 im Schnitt täglich 6000 GoPro-Videos hochgeladen. Ausserdem verzeichnet der offizielle Channel über 450 Millionen Views und besitzt zwei Millionen Abonnenten. Damit ist GoPro laut offiziellem Ranking von Youtube die Nummer eins unter den Marken-Channels.

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