Gossip Girls & Boys: Deshalb lieben wir Klatsch und Tratsch

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Gossip Girls & BoysDeshalb lieben wir Klatsch und Tratsch

Tratsch-Tanten können aufatmen. Denn Forscher legitimieren das oft verpönte Treiben. So soll Klatsch helfen, uns selbst besser einschätzen zu können.

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Tratschen ist unschön, aber notwendig.

Tratschen ist unschön, aber notwendig.

Ob Promis, Nachbarn oder Arbeitskollegen: Über andere in deren Abwesenheit zu reden, lästern oder herziehen gilt als etwas Negatives. Doch dass der Mensch sich an dem ergötzt, was andere geschafft haben – oder auch nicht – hat offenbar einen guten Grund, wie Psychologen der Universität Groningen im «Personality and Social Psychology Bulletin» berichten. Demnach könnte Klatsch dabei helfen, sich zu verbessern und sich an ein soziales Umfeld anzupassen.

Für die Studie bat das Team um Elena Martinescu die Probanden, sich an einen Vorfall zu erinnern, bei dem sie Zeuge von Klatsch gewesen sind und diesen hinsichtlich seines Gossip-Gehalts zu bewerten. Im Fokus standen dabei die Aspekte Selbstoptimierung, Eigenwerbung und Selbstschutz. Dabei zeigte sich: Positiver Klatsch spielt vor allem für die Selbstoptimierung eine grosse Rolle. «Positive Geschichten über andere können informativ sein, weil sie Wege aufzeigen, wie man auch selbst erfolgreich sein kann», so Martinescu in einer Mitteilung.

Auffällige Geschlechterunterschiede

Anders ist es bei negativem Klatsch. Dieser hat insbesondere für Eigenwerbung und Selbstschutz eine Bedeutung. So erzeugten negative Geschichten einerseits ein Gefühl von Stolz, weil sie sich mit dem Klatsch-Opfer vergleichen und zu dem Schluss kommen konnten, besser als diese Person zu sein. Andererseits löste diese Art des Tratsches jedoch auch Sorgen und Ängste aus, weil man selbst auch Opfer von negativem Getuschel werden könnte.

Einen Unterschied machten Martinescu und ihre Kollegen auch zwischen den Geschlechtern aus: Hören Frauen negative Klatschgeschichten, machen sie sich vergleichsweise mehr Sorgen darüber, selbst einmal zum Opfer zu werden. Männern dagegen bereitet positiver Klatsch mehr Unbehagen – vermutlich, weil sie den Vergleich mit erfolgreichen Konkurrenten eher als Bedrohung empfinden.

Wie geht es Ihnen: Wann finden Sie Tratsch völlig okay, wann absolut untragbar? Teilen Sie es uns in den Kommentaren mit!

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