Abgestürzte Alpinisten: Deshalb sind die Berge jetzt besonders gefährlich
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Abgestürzte AlpinistenDeshalb sind die Berge jetzt besonders gefährlich

In nur zwei Tagen wurden allein am Monte-Rosa-Massiv sechs Bergtote gemeldet. Mindestens drei davon waren Schweizer. Das heisse Wetter macht Bergsteigen zum Risiko.

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vro
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Wegen des schönen Wetters zieht es derzeit viele Bergsteiger in die Alpen. Doch allein im Monat August sind in der Schweiz bereits 15 Alpinisten tödlich verunglückt, berichtet SRF.

Wegen des schönen Wetters zieht es derzeit viele Bergsteiger in die Alpen. Doch allein im Monat August sind in der Schweiz bereits 15 Alpinisten tödlich verunglückt, berichtet SRF.

Rega Rettung
Die jüngsten Fälle ereigneten sich im Monte-Rosa-Massiv in Italien. Drei Schweizer stürzten am Sonntag, 28.August 2016, 800 Meter tief in den Tod, nachdem sich Schneemassen gelöst hatten. Einen Tag später meldeten italienische Medien den Fund zweier weiterer Leichen.

Die jüngsten Fälle ereigneten sich im Monte-Rosa-Massiv in Italien. Drei Schweizer stürzten am Sonntag, 28.August 2016, 800 Meter tief in den Tod, nachdem sich Schneemassen gelöst hatten. Einen Tag später meldeten italienische Medien den Fund zweier weiterer Leichen.

Keystone/Alessandro Della Bella

Drei Schweizer sind am Sonntagmorgen im Gebiet des Monte Rosa ums Leben gekommen. Sie stürzten 800 Meter in die Tiefe, nachdem sich grosse Schneemassen gelöst hatten. Es habe sich um drei Walliser gehandelt, berichtet die Zeitung «Le Nouvelliste».

Nur einen Tag später meldeten italienische Medien zwei weitere Leichen, die im Monte-Rosa-Massiv gefunden wurden. Kurz darauf schliesslich wurde bekannt, dass noch eine weitere Person im Gebiet tödlich verunglückt ist. Und auch andernorts kommt es in den Bergen immer wieder zu tödlichen Unfällen. Allein im Monat August verunglückten in der Schweiz laut der «Tagesschau» von SRF 15 Menschen.

Nachts aufzubrechen ist sicherer

Die heissen Tage sind für das alpine Gelände besonders tückisch. Während die sommerlichen Temperaturen unzählige Bergsteiger in die Alpen locken, steigt auch die Schneefallgrenze – teilweise auf über 4800 Meter. Gemäss Felix Blumer, Meteorologe bei SRF, wird das Gestein dadurch instabil. Das Schwanken der Nullgradgrenze führe dazu, dass das Eis schmilzt und wieder gefriert und das Gestein so auseinandergesprengt wird. Die Folge: Die Felsen werden locker und bieten weniger Halt.

Die weiche Schneedecke und Gletscherspalten sind weitere Risikofaktoren. Ueli Mosimann von der Fachgruppe Sicherheit des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) rät deshalb: «Sehr wichtig ist im Moment, bei diesen Bedingungen sehr früh unterwegs zu sein, also noch nachts aufzubrechen.»

Ganz verhindern liessen sich solche Unfälle nicht, wie Pierre Mathey, Präsident des Berführerverbandes zu SRF News sagt. Einen besonders schweren Stand hätten ausländische Bergsteiger in der Schweiz. «Die Informationen über die Wetterkonditionen und die allgemeine Lage sind in unseren Landessprachen und selten in Englisch», so Mathey. Deshalb falle es ihnen schwerer, sich richtig auf die Tour vorzubereiten.

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