Thuner Barben: Deshalb verhalten sich diese Fische atypisch
Aktualisiert

Thuner BarbenDeshalb verhalten sich diese Fische atypisch

Anstatt auf dem Grund des Flusses schwimmen Dutzende Barben nun an der Oberfläche der Aare. Ein Fischer verrät, weshalb.

von
Mira Weingartner

Besonders wenn die Sonne scheint, tummeln sich die grossen Fische beim Thuner Göttibachsteg. (miw)

Ein Fischschwarm zieht in Thun die Aufmerksamkeit von Passanten auf sich. Unter dem Göttibachsteg beim Aarequai schwimmen seit Wochen Dutzende Barben gegen den Strom. Dies immer auf den gleichen Quadratmetern des dortigen Aare-Abschnitts. Was ist nur los mit den dortigen Fischen, und was ist an der von ihnen ausgewählten Stelle so besonders?

«Das Verhalten der Barben ist sehr atypisch», sagt Beat Bührer, Präsident des Sportfischervereins rechtes Thunerseeufer. Diese Fische würden normalerweise mit ihren Bartfäden, den sogenannten Barteln, am Grund nach Nahrung suchen. «Dass sich der Schwarm nun grösstenteils an der Oberfläche aufhält, ist ungewöhnlich für seine Art.» Doch Bührer hat einen Verdacht: «Die Fische werden dort wohl gefüttert.»

«Füttern verboten»

Ein Augenschein vor Ort zeigt: Mehrere Passanten werfen altes Brot in den Fluss. Dies wohl, um die Enten zu füttern. Doch die grossen Fische sind dankbare Trittbrettfahrer.

Während das Füttern von Wasservögeln und Tauben an der Thuner Aare offiziell verboten ist, dürfte den Fische grundsätzlich Essen gegeben werden. Dennoch rät das Berner Fischereiinspektorat davon ab. Auf Anfrage von 20 Minuten heisst es: «Füttert man die Fische, fördert man damit ein unnatürliches Verhalten der Tiere.» Dies würde die Tiere eher schwächen als stärken – «sie sind dadurch etwa allfälliger auf Krankheiten».

Bequeme Thuner Barben

Doch die Fische scheinen sich an die Brotkrümel gewöhnt zu haben – für diese Bequemlichkeit haben sie nun ihren gewöhnlichen Lebensraum verlassen. Denn auch vor Fischern müssen sich die Barben nicht fürchten. Einerseits herrscht vor Ort ein striktes Angelverbot, andererseits sind Barben auch keine Speisefische.

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Die Flussbarbe ist ein Fisch mit braun- bis schwarzgrüner Oberseite und weisslichem Bauch, der besonders in rasch fliessenden Gewässern lebt.

Die Flussbarbe ist ein Fisch mit braun- bis schwarzgrüner Oberseite und weisslichem Bauch, der besonders in rasch fliessenden Gewässern lebt.

In Thun scheint ein Schwarm nun an der Oberfläche sesshaft geworden zu sein.

In Thun scheint ein Schwarm nun an der Oberfläche sesshaft geworden zu sein.

Der bevorzugte Ort der Thuner Barben: Unterhalb des Göttibachstegs, an der Oberfläche der nur langsam fliessenden Aare. Atypisch sei das Verhalten der Tiere, sagen Experten.

Der bevorzugte Ort der Thuner Barben: Unterhalb des Göttibachstegs, an der Oberfläche der nur langsam fliessenden Aare. Atypisch sei das Verhalten der Tiere, sagen Experten.

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