Plagiats-Vorwürfe: Design geklaut - H&M zieht Kleiderlinie zurück
Aktualisiert

Plagiats-VorwürfeDesign geklaut - H&M zieht Kleiderlinie zurück

Die Modekette H&M hat Kleider des kleinen schwedischen Mode-Labels Littlephant kopiert und zieht diese nun zurück. Die Designerin Camilla Lundsten will Entschädigung.

von
dv
Dem Original zum Verwechseln ähnlich: Die H&M-Kopie eines Littlephant-Kleidchens für Kinder.

Dem Original zum Verwechseln ähnlich: Die H&M-Kopie eines Littlephant-Kleidchens für Kinder.

Die schwedische Designerin Camilla Lundsten entdeckte in einem H&M-Geschäft Kinder-Outfits, die ihren eigenen Kreationen zum Verwechseln ähnlich sehen. Weil das Unternehmen auf keines ihrer E-Mails reagierte, machte sie ihrem Ärger via Instagram Luft. Das Bild, in dem Lundsten ein betroffenes Kleidchen ihres Labels Littlephant der Kopie von H&M gegenüberstellt, erhielt innert weniger Stunden rund 1400 Likes.

Kleider aus den Läden genommen

Zudem wurden die schwedischen Medien auf die Geschichte aufmerksam. «Endlich kam ich an die E-Mail-Adresse von CEO Karl-Johan Persson und nahm mit ihm Kontakt auf», sagt sie gegenüber «The Wall Street Journal». Seit der Entdeckung der Littlephant-Kopien waren fast zwei Wochen vergangen, bis H&M auf die Vorwürfe reagierte. «Sie entschuldigten sich und sagten, die Inspiration sei dem Original zu ähnlich geworden. Und sie sagten, sie würden die Kollektion sofort aus dem Sortiment nehmen», so Lundsten.

Die Modekette bestätigt, dass die Kleider aus den Läden genommen werden. H&M wirf Lundsten jedoch vor, über die falschen Kanäle mit ihnen Kontakt aufgenommen zu haben. Hätte sie sich von Anfang an an die richtigen Personen gewendet, hätte man auch schneller reagiert, so die H&M-Sprecherin Camilla Emilsson-Falk gegenüber «The Wall Street Journal».

Entschuldigung reicht nicht

H&M hat sich inzwischen bei der Littlephant-Designerin entschuldigt, doch diese will sich mit der Rücknahme der Kollektion nicht zufrieden geben: «Sie haben diese Kollektion seit einem Monat verkauft, ich bin sicher, sie haben damit gutes Geld gemacht», sagt Lundsten. Sie will entschädigt werden. «Wenn man das Design von jemandem nimmt, besonders von einem kleinen Label, wie wir eines sind, sollte man dafür auch zahlen.»

Deine Meinung