Aktualisiert 10.12.2018 09:41

Politische Reform

Deswegen bekommst du bald weniger Lohn

Höhere AHV-Beiträge, Vaterschaftsurlaub und teurere IV-Renten: Dies drückt aufs Portemonnaie der Arbeitnehmer.

von
doz
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Bald könnte es bis zu 2 Prozent weniger Lohn geben.

Bald könnte es bis zu 2 Prozent weniger Lohn geben.

Keystone/Christian Beutler
Ein Grund dafür ist die AHV- und IV-Reform.

Ein Grund dafür ist die AHV- und IV-Reform.

Keystone/Gaetan Bally
Aber auch Vaterschafts- oder Elternurlaub könnten aufs Portemonnaie drücken.

Aber auch Vaterschafts- oder Elternurlaub könnten aufs Portemonnaie drücken.

Keystone/Gaetan Bally

In absehbarer Zeit könnten die Löhne in der Schweiz sinken. Dies geht aus einem Bericht des «Tages-Anzeigers» hervor. Die Gründe dafür sind vielseitig. Einerseits hat das Parlament in der Herbstsession die Steuervorlage mit einer zusätzlichen AHV-Finanzierung abgesegnet. Dafür sollen die Lohnbeiträge an die AHV um 0,3 Prozent steigen.

Zusätzlich soll die Altersvorsorge eine Reform erhalten. Da die Schweizerinnen und Schweizer mittlerweile älter werden als früher, muss das vorhandene Kapital auf mehr Jahre aufgeteilt werden. Dadurch würden rund 12 Prozent weniger Rente ausgezahlt werden. Um dem entgegenzuwirken, sind ebenfalls Lohnbeiträge nötig. Wie hoch diese ausfallen werden, ist aber vonseiten der Gewerkschaften und Arbeitgeber noch unklar. Laut dem «Tages-Anzeiger» dürfte es sich dabei um rund ein Prozent des Lohns handeln.

Vaterschaftsurlaub und Angehörigenbetreuung

Ebenfalls auf das Portmonnaie drücken würde die Durchsetzung der Volksinitiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub». Gefordert werden 20 bezahlte Urlaubstage für alle Väter. Dies würde sich durch 0,11 Prozent Lohnabzug äussern. Der Vorschlag des Parlaments, zwei Wochen Vaterschaftsurlaub einzuführen, würde 0,06 Prozent kosten. Die dritte vorgeschlagene Variante – ein 24-wöchiger Elternurlaub – würde 0,7 Prozent des Lohns kosten.

Auch der Vorschlag zur verbesserten Angehörigenbetreuung («Care-Urlaub») und zwölf Wochen Urlaub für Adoptiveltern würden 220 Millionen respektive 200'000 Franken kosten. Darüber hinaus werden Mehrkosten für die Arbeitslosenversicherung hinzukommen. Die EU hat nämlich beschlossen, dass künftig nicht mehr der Wohnsitz sondern das Arbeitsland für diese Versicherung zuständig ist. Dies könnte die Löhne schätzungsweise um 0,2 Prozent mehr belasten.

Höhere Kosten auch auf Kantonsebene

Neben den höheren Kosten auf Bundesebene wird es wohl auch zu einer Kostensteigerung auf Kantonsebene kommen. Dies kann in Form von Unternehmenssteuersätzen und höheren Familienzulagen geschehen.

Insgesamt ist mittelfristig für Arbeitnehmer mit höheren Mehrabgaben von bis zu zwei Prozent zu rechnen. Längerfristig könnte es sogar noch mehr sein. In der Frühjahrssession wird der Nationalrat an einer AHV-Revision arbeiten. Eine Entschuldung soll bis 2031 realisiert werden. Ähnlich verhält es sich bei der IV-Rente. Auch hier wird eine Entschuldung bis spätestens 2030 angestrebt.

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