Migros, Aldi und Lidl am Pranger : Detailhändler an hohen Preisen mitschuldig?
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Migros, Aldi und Lidl am Pranger Detailhändler an hohen Preisen mitschuldig?

Bei Migros, Aldi und Lidl sind die gleichen Produkte in der Schweiz teils zwei- bis dreimal so teuer wie in Deutschland. Dies zeigt ein Preisvergleich. Die Betroffenen begründen dies mit dem herrschenden Wettbewerb.

von
ahi
In der Schweiz teils massiv teurer: Migros, Aldi und Lidl.

In der Schweiz teils massiv teurer: Migros, Aldi und Lidl.

Das Konsumentenmagazin «K-Tipp» prangert die Detailhändler Migros, Aldi und Lidl an: An den überhöhten Preisen in der Schweiz seien nicht nur die Importeure schuld, sondern teils auch die Detailhändler selber. Die Kritik gründet auf einem Preisvergleich von fast 120 Produkten, die die Detailhändler sowohl in der Schweiz als auch in den Filialen in Deutschland verkaufen.

Der Vergleich zeigt: Bei Aldi waren am Stichtag alle 24 verglichenen Produkte in der Schweiz teurer, vier gar mehr als doppelt so teuer. Spitzenreiter ist ein Deo-Roller der Eigenmarke Ombia, der satte 160 Prozent mehr kostet. Auch sämtliche Lidl-Produkte kosteten diesseits der Grenze mehr, Tampons der Marke Siempre beispielsweise 165 Prozent.

Bei der Migros sind immerhin 6 von 52 verglichenen Produkten in der Schweiz günstiger als in Deutschland. Grund zum Feiern gibt dies allerdings nicht: Neun der Produkte waren nämlich über 50 Prozent teurer. Die Migros begründet die grossen Preisunterschiede gegenüber «K-Tipp» mit dem starken Wettbewerb ennet der Grenze. Dort müsse man so geschäften, denn «die deutschen Konsumenten sind sehr preissensibel».

Aldi und Lidl erklären die Preisunterschiede mit Zöllen, den Bodenpreisen, Mieten sowie Transport- und Logistik­kosten, die in der Schweiz höher seien. Auch seien Werbung und Personal hierzulande teurer. Aldi-Sprecher Sven Bradke wirft zudem ins Feld, dass in ­manchen Produkten in der Schweiz teurere Inhaltsstoffe steckten.

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