Shopping-Andrang: Detailhändler bereiten sich auf lange Warteschlangen vor
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Shopping-AndrangDetailhändler bereiten sich auf lange Warteschlangen vor

Der Detailhandel darf ab März wieder öffnen. Einschränkungen gibt es trotzdem – das dürfte zu Warteschlangen vor einigen Geschäften führen.

von
Barbara Scherer
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Das Shutdown-Ende dürfte zu einem Andrang auf die Geschäfte führen.

Das Shutdown-Ende dürfte zu einem Andrang auf die Geschäfte führen.

Newsscout
So installiert das Glattzentrum in Zürich bereits grössere Wartezonen vor den Läden.

So installiert das Glattzentrum in Zürich bereits grössere Wartezonen vor den Läden.

Glattzentrum
Auch Manor rechnet mit einem erhöhten Kundenaufkommen ab dem 1. März. 

Auch Manor rechnet mit einem erhöhten Kundenaufkommen ab dem 1. März.

20 Minuten/ gwa

Darum gehts

  • Geschäfte dürfen wieder öffnen und locken mit Rabatten.

  • Weil Kapazitätsbeschränkungen gelten, dürfte das zu Warteschlangen führen.

  • Um den Kundenstrom einzudämmen, verzichten etwa Manor und Ikea darum vorerst auf grosse Rabattschlachten.

Für den Detailhandel ist der Shutdown ab dem 1. März vorbei: Läden dürfen wieder öffnen. Ware aus der Wintersaison muss dann aber raus, darum bieten Händler starke Rabatte an. Das lockt Schnäppchenjäger auf den Plan. Dabei gelten aber weiterhin Maskenpflicht und Kapazitätsbeschränkung.

Warteschlangen vor den Geschäften sind also fast vorprogrammiert. So rechnet etwa das Glattzentrum in Zürich mit neuen Vorgaben: «Wir gehen von einer Verschärfung der Massnahmen aus und installieren darum bereits grössere Wartezonen vor den Läden», sagt Centerleiter Rageth Clavadetscher.

Er rechnet auch damit, dass mehr Sicherheitspersonal zum Einsatz kommen wird. Bereits vor dem Shutdown hat das Glattzentrum auf ein Essensverbot im ganzen Gebäude gesetzt. «Nur so kann die durchgehende Maskenpflicht eingehalten werden», erklärt Clavadetscher. Eine regelmässige Durchsage erinnert die Kunden zudem daran, den Aufenthalt im Glatt so kurz wie möglich zu halten.

Die Modehauskette Chicorée plant die Wiedereröffnung der Filialen ebenfalls mit grösseren Wartezonen. Man hoffe aber, dank der Erfahrung aus dem ersten Shutdown die Kundenströme gut kanalisieren zu können.

Kundenstrom nicht mit Rabatten anheizen

Um den Kundenstrom nicht zusätzlich anzuheizen, gibt es bei Manor in den ersten Tagen keine zusätzlichen Rabattaktionen: Nur saisonale Ware wie die Wintermode sei im Ausverkauf. Erst in der zweiten Woche locken dann Preisreduktionen auf andere Kategorien.

«Wir rechnen mit viel Kundschaft, aber mit einem weniger grossen Andrang wie nach dem ersten Lockdown», sagt Medienchef Fabian Hildbrand. Trotzdem werde man für gut besuchte Filialen Ordnungspersonal aufbieten. Besonders an Freitagen und an den Wochenenden komme es dann wohl zu Begrenzungen der Kundenzahl, was zu Warteschlangen vor den Filialen führen kann.

Lange Öffnungszeiten verhindern Warteschlangen

Ikea verzichtet ebenfalls auf Rabattaktionen: Man lege den Fokus auf die Schutzkonzepte, heisst es auf Anfrage. So hat der Möbelriese die Anzahl Besucher gegenüber den behördlichen Zielvorgaben zusätzlich eingeschränkt. Bei hohem Andrang müssen die Kunden also mit Wartezeiten rechnen.

Möbel Pfister plant hingegen Preisreduktionen auf das gesamte Sortiment. «Mit maximal möglichen Öffnungszeiten können wir Schlangenbildung umgehen und die Kundenströme sich besser verteilen», erklärt Sprecher Alfredo Schilirò. Zudem können Kunden Möbel auf der Verkaufsfläche kaufen – der Gang an die Kasse erübrige sich damit. «Auf einen möglichen Ansturm sind wir in diesem Sinn gut vorbereitet.»

Ampelsystem verrät Wartezeiten

Media Markt hat bereits Massnahmen getroffen, um einen grösseren Kundenstrom zu lenken: Vor jeder Filiale gibt es gut gekennzeichnete Wartebereiche. Zudem informiert ein Ampelsystem auf der Homepage in Echtzeit, wie lange die Wartezeit in den einzelnen Märkten ist.

Auch das Berner Traditionshaus Loeb ist vorbereitet: Aufgrund der Grösse der Warenhäuser würden sich die Menschen gut verteilen: «Aber auch auf die Situation, dass es Warteschlangen vor dem Geschäft gibt, sind wir vorbereitet», heisst es auf Anfrage.

Jede Woche gehen 800 Millionen Franken verloren

Über 10’000 Geschäfte sind zurzeit laut Detailhandelsverband Swiss Retail durch den Bund geschlossen. Jede Woche gingen durch den Shutdown Umsätze in der Höhe von 800 Millionen Franken verloren. In gewissen Segmenten seien bis zu 90 Prozent der Mitarbeiter in Kurzarbeit. In vielen Fällen reiche auch die Härtefallverordnung nicht aus, Filialen blieben auf bis zu 90 Prozent ihrer Fixkosten sitzen.

Deine Meinung

343 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Onkel Joes Eisrevue

20.02.2021, 21:40

Was könnt ihr eigentlich sonst noch, ausser shoppen? 🤔

Peter, der Seebueb

20.02.2021, 07:54

Die gleichen Personen, welche jetzt nach Öfnnung rufen, werden auch die ersten sein, die wieder strenge Massnahmen verlangen, wenn die Fallzahlen wieder massiv steigen. Dieses ewige Hin und Her bringt absolut niemandem etwas, ausser viel Unruhe.

Heinerli

19.02.2021, 08:44

3.7% Positivrate entsprechen täglich 300'000 Neuinfektionen. Oder erkrankten? Man weiss es nicht so genau.