Steigende Produktionskosten: Detailhändler erhöhen Getränkepreise – und es wird noch teurer
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Steigende ProduktionskostenDetailhändler erhöhen Getränkepreise – und es wird noch teurer

Der Preis für PET schiesst in die Höhe und mit ihm auch der für Mineralwasser und Süssgetränke. Einige Produkte kosten beim Detailhändler bereits fast die Hälfte mehr und es drohen weitere Preiserhöhungen.

von
Joel Probst
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Softgetränke werden deutlich teurer. Grund dafür sind hohe Preise für PET und steigende Produktionskosten.

Softgetränke werden deutlich teurer. Grund dafür sind hohe Preise für PET und steigende Produktionskosten.

imago images/Michael Gstettenbauer
Für eine Eineinhalb-Liter-Flasche Mineralwasser von M-Budget werden in der Migros schon jetzt 35 statt 25 Rappen fällig.

Für eine Eineinhalb-Liter-Flasche Mineralwasser von M-Budget werden in der Migros schon jetzt 35 statt 25 Rappen fällig.

Tamedia AG/Thomas Egli
Das Kult-Getränk Rivella wird ebenfalls teurer: «Wir werden nicht um eine Preiserhöhung bei unseren Produkten herumkommen, wie andere Produzenten auch nicht», sagt eine Sprecherin.

Das Kult-Getränk Rivella wird ebenfalls teurer: «Wir werden nicht um eine Preiserhöhung bei unseren Produkten herumkommen, wie andere Produzenten auch nicht», sagt eine Sprecherin.

VQH

Darum gehts

  • Schweizer Getränkehersteller kämpfen mit steigenden Produktionskosten und Lieferengpässen.

  • Das bekommen die Konsumenten und Konsumentinnen nun im Laden zu spüren.

  • Mineralwasser kostet teilweise bereits fast die Hälfte mehr.

  • Auch für Süssgetränke wie Coca-Cola und Rivella drohen Preiserhöhungen.

Liebhaber von Softdrinks müssen aktuell tief in die Tasche greifen: Mineralwasser kostet beim Detailhändler bereits deutlich mehr, bei den Süssgetränken sind Preiserhöhungen nur noch eine Frage der Zeit. Für eine Eineinhalb-Liter-Flasche Mineralwasser von M-Budget werden in der Migros schon jetzt 35 statt 25 Rappen fällig – das entspricht einem happigen Preisaufschlag von 40 Prozent.

Deklariert hat die Detailhändlerin die Preiserhöhung nicht, dementsprechend empört ist die Kundschaft. Auf Twitter verteidigt die Migros den saftigen neuen Preis: «Leider haben sich die Preise für PET mehr als verdoppelt», lässt die Detailhändlerin verlauten. Zudem hätten sowohl die Kosten für Folien und Deckel als auch für den Transport «massiv zugenommen»: «Daher mussten wir den Preis für das M-Budget Mineralwasser anpassen.»

Mineralwasser auch im Aldi teurer

Mit ihrer Preiserhöhung steht die Migros nicht alleine da: Auch das Aquata-Mineralwasser des Discounters Aldi ist plötzlich teurer: Statt 24 kostet dieses nun 29 Rappen pro eineinhalb Liter, was einem Preisaufschlag von satten 20 Prozent entspricht. Über die «Preisentwicklung» will die Medienstelle von Aldi auf Anfrage keine Auskunft geben, sie bestätigt jedoch den aktuellen Preis von 29 Rappen. Zudem kann der Discounter laut einem Sprecher trotz interner Massnahmen zur Abfederung «allfällige weitere Preisanpassungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschliessen» (siehe Box).

Bei Lidl wurde ebenfalls am Preis geschraubt: «Beim Mineralwasser hat auch bei uns eine Preisanpassung stattgefunden», sagt Sprecherin Milena Hermann. Der Discounter sieht sich ebenfalls mit steigenden Kosten für PET und Produktion konfrontiert. Welche Artikel genau betroffen sind und in welchem Ausmass die Preise erhöht wurden, konnte Lidl am Samstag vor Redaktionsschluss nicht mehr beantworten.

Coop hat die Getränkepreise derweil nicht erhöht – oder zumindest noch nicht: «Wir spüren einen Kostenanstieg bei PET», sagt Sprecherin Rebecca Veiga. Schuld seien die erhöhten Rohstoffpreise, die Knappheit beim Verpackungsmaterial sowie die gestiegenen Transport- und Energiekosten. Die Folge: «Preisanpassungen können wir aktuell nicht ausschliessen», so die Coop-Sprecherin. Man beobachte die PET-Preise, allfällige Preiszuschläge würden in der Coop-Zeitung kommuniziert.

«Werden nicht um Preiserhöhung herumkommen»

Beim Schweizer Getränkehersteller Rivella machen sich laut Sprecherin Monika Christener insbesondere die höheren Energiekosten bemerkbar: «Wir werden nicht um eine Preiserhöhung bei unseren Produkten herumkommen, wie andere Produzenten auch nicht. Der Zeitpunkt und den Umfang des Aufschlags lässt sich heute allerdings noch nicht abschätzen.»

Coca-Cola HBC Schweiz gibt sich auf Anfrage bedeckt und will zu allfälligen Preiserhöhungen keine Auskunft geben. Sprecherin Manuela Wicki sagt nur so viel: «Die Produktionskosten für unsere Getränke sind gestiegen.» Nicht nur rezykliertes PET, sondern namentlich auch Zucker und Aluminium für Getränkedosen, seien teurer geworden. Ausserdem sei das Abfüllunternehmen von höheren Kosten für Transport und Energie betroffen.

Auch andere Produkte betroffen

«Steigende Einkaufspreise»

Der Discounter Aldi bezeichnet die Situation am Rohstoffmarkt als allgemein sehr angespannt. «Bereits seit Monaten ist die Marktlage geprägt von anhaltenden Herausforderungen der internationalen Seefracht, der Omikron-Welle, dem grundsätzlichen, internationalen Mangel an LKW-Fahrern und den gestiegenen Kosten für Energie und Rohstoffe», so ein Sprecher. Der Krieg in der Ukraine verschärfe die Herausforderungen in Bezug auf die Lieferketten und die Rohstoffbeschaffung noch weiter.

Die Folge seien steigende Einkaufspreise über alle Warengruppen hinweg: «Für Brot, Pasta, Öl und Toiletten- sowie Küchenpapier mussten die Preise aus genannten Gründen in letzter Zeit teilweise angepasst werden», so der Sprecher. Entspanne sich der Markt wieder, werden die resultierenden Preisvorteile laut dem Aldi-Sprecher in der Folge auch in der Preisgestaltung entsprechend berücksichtigt.

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