Detailhandel im Hoch – aber Kunden kennen Preise nicht
Aktualisiert

Detailhandel im Hoch – aber Kunden kennen Preise nicht

Der Schweizer Detailhandel ist im Jahr 2007 so
stark gewachsen wie
seit Jahren nicht mehr.
Allerdings kennen immer weniger Schweizer den Preis eines Produktes.

von
Dajan Roman

2007 war für den Schweizer Detailhandel ein erfolgreiches Jahr: Der Umsatz legte um 3,6% zu. Dafür war vor ­allem der Non-Food-Bereich ver­antwortlich, der um 4,5% wuchs. Laut einer Studie von IHA-GfK wurde auch kräftig expandiert: Vor allem der ­Textil-, Schuh- und Drogeriebereich eröffnete viele neue Geschäftsläden.

Die hohen Preise sind seit dem Markteintritt von Aldi und Lidl ein Thema, dennoch kennen die Schweizer sie nicht: Nur acht Prozent der Befragten wissen, was ein ­Liter Milch kostet, 71% haben keine Ahnung. Noch vor zehn ­Jahren waren es erst 40% ­gewesen, die den Milchpreis nicht nennen konnten. Total kennen lediglich vier Prozent die Preise der Alltags­güter. Für Detailhandels­experte Gotthard F. Wangler ist das keine Überraschung: «Einer der Hauptgründe ist die Produktevielfalt.» Früher habe es einfach UHT- und Past-Milch gegeben, heute sei die Auswahl ungleich grösser. «Das überfordert den Kunden und er kann sich die Preise nicht mehr merken», erklärt Wangler. Wer heute auf den Preis schaue, gehe direkt in einen Laden, wo die Produkte generell günstiger seien.

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