Aktualisiert 22.02.2019 12:42

Bundesgerichtsentscheid

Detektive erwischen IV-Bezüger in Club, Rente weg

Jahrelang kassierte ein Aargauer eine IV-Rente. Dies wurde geändert, nachdem der Mann von Privatdetektiven überwacht worden war.

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fss/jk
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Ein Aargauer IV-Rentner wurde von Privatdetektiven überwacht.

Ein Aargauer IV-Rentner wurde von Privatdetektiven überwacht.

Keystone/Ennio Leanza
Wegen der Infos der Ermittler wurde dem Mann die IV-Rente gestrichen.

Wegen der Infos der Ermittler wurde dem Mann die IV-Rente gestrichen.

Keystone/Gaetan Bally
Der Aargauer legte Beschwerde beim Bundesgericht ein. Dieses liess ihn allerdings abblitzen. Doch es gibt noch viele weitere Betrüger im IV-Bereich. Die dreisten Fälle finden Sie nachfolgend.

Der Aargauer legte Beschwerde beim Bundesgericht ein. Dieses liess ihn allerdings abblitzen. Doch es gibt noch viele weitere Betrüger im IV-Bereich. Die dreisten Fälle finden Sie nachfolgend.

Keystone/Ennio Leanza

16 Jahre arbeitete ein heute über 50-jähriger Mann auf dem Bau. Nach mehreren Unfällen musste er sich nach der Jahrtausendwende in eine Reha-Klinik begeben. Wie die «Aargauer Zeitung» schreibt, wurden seine Schmerzen von den Ärzten als «subjektiv empfunden und nicht durch die Befunde erklärbar» beschrieben.

Gestützt auf diesen Befund erhielt der Mann ab 2002 eine halbe IV-Rente. Zweimal wurde dieser Anspruch überprüft und bestätigt. Beim dritten Mal kam die Wende: Die Aargauer IV-Stelle liess den Mann an neun Tagen durch Privatdetektive überwachen.

Mann legte Beschwerde dem Bundesgericht vor

Bei den bisherigen Überprüfungen hatte der Mann angegeben, dass ihm jegliche Lust fehlte, im Alltag etwas zu unternehmen. Die Arbeit der Detektive zeigte allerdings ein anderes Bild. Der Mann fuhr ins Einkaufscenter, ging in Clubs und suchte sogar ein Erotik-Etablissement auf. Das Besondere daran: Er hatte keine körperlichen Einschränkungen. Beim Treffen mit dem Psychiater und den IV-Beamten hinkte er noch.

Das Versicherungsgericht verfügte, dass seine Rente rückwirkend auf den 1. November 2016 aufgehoben wird. Dagegen klagte der Rentner – ohne Erfolg. Vor dem Bundesgericht blitzte er ab. Jetzt muss er die Verfahrenskosten zahlen.

Es ist nicht die erste Wunderheilung, die Sozialdetektive aufdecken. 20 Minuten berichtete im November von zwei IV-Bezügern, die durch Detektive entlarvt worden waren.

Ein Mann verlässt steif und langsam eine Arztpraxis. Er stützt sich einseitig auf eine Krücke. Dann der Szenenwechsel: Am selben Tag bewegt sich der Mann vollkommen normal und frei fort, von Beeinträchtigungen oder Schmerzen keine Spur.

Sozialdetektiv-Video zeigt Krücken-Betrüger

Am 25. November stimmt die Schweiz über die Sozialdetektive ab. Dieses Video entlarvt einen 100-prozentig Arbeitsunfähigen.

In einem anderen Fall filmte ein Detektiv einen Mann bei seiner Arbeit auf einer Baustelle. Auch dieser Versicherte galt zum besagten Zeitpunkt seit längerem als vollkommen arbeitsunfähig. Doch im Video ist zu sehen, wie er ohne Probleme schwere Gegenstände durch die Gegend trägt.

Sozialdetektiv-Video entlarvt Versicherten

Am 25. November stimmt die Schweiz über die Sozialdetektive ab. Dieses Video entlarvt einen 100-prozentig Arbeitsunfähigen.

Die dreisten Fälle finden Sie hier.

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