Aktualisiert 27.09.2005 11:29

Deutlich weniger Kuckuckskinder

In Europa stammen offenbar nicht wie bisher angenommen 20 Prozent der Kinder nicht von ihrem offiziellen Vater ab, sondern nur gerade 3,7 Prozent.

Dies sagte der Autor der Studie, Professor Mark Bellis, der Zeitschrift «Brigitte». Bei diesen Studien seien allerdings auch zum Beispiel Ergebnisse aus Gentests verwendet worden, bei denen Männer bereits einen begründeten Verdacht gehabt hätten und die Ehe in der Krise gewesen sei, erklärte Bellis.

Aussagekräftiger sind nach Worten des Experten Untersuchungen, bei denen die Männer aus anderen Gründen zum Gentest gingen, etwa, «weil sie wissen wollen, ob sie eine Erbkrankheit haben». Als Nebeneffekt komme dabei manchmal heraus, dass sie gar nicht der Vater ihres Kindes sein könnten, sagte er der Zeitschrift. Für die Untersuchung wurden 33 amerikanische und europäische Studien von 1950 bis 2004 mit mehr als 300.000 getesteten Personen ausgewertet.

Bellis widersprach in dem Interview dem Klischee, Frauen würden Männern absichtlich ein Kuckuckskind unterschieben: «Oft sind sich Frauen am Anfang oder Ende einer Beziehung selbst nicht ganz sicher, ob das Kind vom letzten oder vom neuen Mann stammt.» Er riet allen zweifelnden Paaren, vor einem Test eine Beratungsstelle aufzusuchen. (dapd)

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