Bern: Deutsch und Französisch schon für Kleinkinder
Aktualisiert

BernDeutsch und Französisch schon für Kleinkinder

Im Kanton Bern sollen schon Kleinkinder die zweite Amtssprache, also Deutsch oder Französisch, lernen können. Dies fordert SP-Grossrat Christophe Gagnebin aus dem Berner Jura. Der Regierungsrat winkt aber ab.

Im Kleinkinderalter sei das Erlernen einer Fremdsprache wesentlich leichter, begründete Gagnebin seinen Vorstoss. Der Ideale Ort, um dies zu tun, seien also Kinderkrippen, Tagesstätten, Kindergärten sowie die 1. und 2. Schulklasse.

Der Kanton solle ein entsprechendes Massnahmenpaket ausarbeiten, verlangte Gagnebin. Dieses soll vor allem mehr Anreize schaffen und nicht zwingend sein.

Grundsätzlich zeigte auch die Regierung Sympathie für das Anliegen. Frühes Erlernen von Sprachen sei für die Kinder eine grosse Chance, schreibt der Regierungsrat in seiner am Dienstag veröffentlichten Antwort. Dennoch will die Regierung auf ein Massnahmenpaket verzichten.

Erstsprache festigen

Um Zweitsprachen zu lernen, müssten zunächst die Kompetenzen in der Erstsprache gefördert und gefestigt werden, begründet die Kantonsregierung ihre ablehnende Haltung.

In Krippen und Tagesstätten gebe es beispielsweise viele Kinder ausländischer Herkunft, die bereits Deutsch oder Französisch als Fremdsprache lernen müssten.

Sprachförderung in Kindergarten und Unterstufe sei vor allem dann sinnvoll, wenn der Sprachunterricht immersiv stattfindet. Das heisst, wenn der Unterricht in der Zweitsprache geführt wird. Einzelne Lektionen im Sinne von Sprachunterricht seien nicht so zielführend, wie lange angenommen.

Möglichkeiten bestehen

Aufgrund des revidierten Volksschulgesetzes hätten die Gemeinden die Möglichkeit, Immersionsunterricht im Kindergarten und in der Volksschule einzurichten.

Im Sprachenkonzept des Kantons Bern sei zudem festgehalten, dass Kindergärteler und Schüler auch anderen Sprachen als der eigenen begegnen sollten. Diese Sprach-Begegnungen seien allerdings nicht auf die Zweitsprache begrenzt.

(sda)

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