CERN: Deutsche aus Zürich will Teilchenbeschleuniger stoppen

Aktualisiert

CERNDeutsche aus Zürich will Teilchenbeschleuniger stoppen

Deutschland ist nicht verpflichtet, den Betrieb des soeben fertiggestellten grössten Teilchenbeschleunigers der Welt in Genf zu stoppen.

Das Verwaltungsgericht Köln lehnte in einer am Donnerstag veröffentlichten Entscheidung einen entsprechenden Eilantrag einer in Zürich lebenden deutschen Staatsangehörigen ab.

Die Klägerin befürchtet, dass bei dem Experiment Schwarze Löcher entstehen können, die im weiteren Verlauf zur Zerstörung allen irdischen Lebens führen könnten. Im Eilverfahren wollte sie deshalb die Bundesregierung verpflichten, ihre Delegierten im Rat der Europäischen Kernforschungsorganisation CERN zu einer Initiative gegen die Inbetriebnahme des Protonenbeschleunigers LHC (Large Hadron Collider) in Genf zu veranlassen.

Überwiegende wissenschaftliche Meinung sieht keine Gefahr

Das Verwaltungsgericht lehnte den Antrag jedoch ab. Die von der Antragsstellerin befürchtete Gefahr werde von der überwiegenden wissenschaftlichen Meinung verneint. Bei dieser Sachlage komme der von ihr verlangte Erlass einer einstweiligen Anordnung nicht in Betracht. Gegen den Beschluss kann die Klägerin innerhalb von zwei Wochen Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Münster einlegen.

Der grösste Teilchenbeschleuniger der Welt war am Mittwoch in Betrieb genommen worden. Forscher der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) schickten erfolgreich die ersten Protonen-Strahlen durch den 27 Kilometer langen Tunnel bei Genf, von dem die Physiker Antworten auf grundlegende Fragen nach der Entstehung und dem Aufbau des Universums erwarten.

Im Large Hadron Collider (LHC) werden in den kommenden Monaten die Bausteine der Materie auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und kontrolliert zur Kollision gebracht. Dabei entsteht ein Zustand wie unmittelbar nach dem Urknall, als das Universum entstand. (dapd)

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