Deutsche Bahn: Arbeitsfriede bis 27. August
Aktualisiert

Deutsche Bahn: Arbeitsfriede bis 27. August

Im Bahnverkehr in Deutschland wird es mindestens bis zum 27. August nicht zu einem Streik kommen. Die Lokführergewerkschaft (GDL) erklärte sich am Freitag bereit, bis zu diesem Zeitpunkt auf Streiks zu verzichten.

Im Gegenzug erklärte sich die Deutsche Bahn einverstanden, drei Schnellverfahren vor den Arbeitsgerichten Düsseldorf, Chemnitz und Frankfurt als erledigt und gegenstandslos zu betrachten. Zwei noch offene Hauptverfahren zur Rechtmässigkeit eines Lokführerstreiks sollen bis zum 27. August nicht weitergeführt werden.

Die Gewerkschaft stimmte einem entsprechenden Vergleichsvorschlag des Arbeitsgerichts Nürnberg zu. Das Arbeitsgericht hatte am Mittwoch zunächst ein bis 30. September befristetes Streikverbot für den Fern- und Güterverkehr ausgesprochen. Dagegen hatte die Gewerkschaft Widerspruch eingelegt.

Die Bahn zeigte sich erleichtert über den Vergleich. «Damit haben wir unser Ziel erreicht, dass es in nächster Zeit keine Streiks geben wird», sagte Personalvorstand Margret Suckale. Die Bahn habe nie das Streikrecht in Frage gestellt, sondern nur die Verhältnismässigkeit des von der GDL angedrohten Ausstandes.

Auch die GDL zeigte sich mit dem Vergleich vor dem Arbeitsgericht Nürnberg zufrieden. Damit ist der Weg für die Vermittlungsgespräche frei, die von den deutschen CDU-Politikern Heiner Geissler und Kurt Biedenkopf moderiert werden sollen.

Am Montag beginnen die Verhandlungsgespräche

Beide Seiten betonten, sie gingen davon aus, dass mit der Berufung der früheren CDU-Spitzenpolitiker als Mediatoren die Vermittlungschancen gewachsen seien. Die Vermittlungsgespräche sollen bereits am Montag beginnen.

GDL-Chef Manfred Schell erklärte, es sei nun wichtig, dass beide Parteien nicht länger auf ihren Standpunkten beharrten. An der Forderung nach einem eigenen Tarifvertrag für die Lokführer halte er aber weiterhin fest, bekräftigte Schell.

Kompromiss erwartet

Die Mehrheit der Deutschen sieht nach einer Umfrage die GDL bereits als Gewinner im Tarifstreit. 86 Prozent der vom Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap für das ARD- Morgenmagazin befragten Bürger sagten voraus, dass die GDL ihre Forderung nach einer Lohnsteigerung von bis zu 31 Prozent teilweise durchsetzen werde.

Nur zehn Prozent vertraten dagegen die Ansicht, die Lokführer würden ihre Ziele nicht erreichen. Dass die Forderungen der GDL voll und ganz erfüllt werden, erwarteten nur drei Prozent. (sda)

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