Deutsche Bank fährt zwei Milliarden Euro Gewinn ein
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Deutsche Bank fährt zwei Milliarden Euro Gewinn ein

Die Deutsche Bank glänzt mit einem Rekordgewinn: Das Ergebnis vor Steuern schnellte im dritten Quartal um 87 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro nach oben.

Nie zuvor hat das grösste deutsche Kreditinstitut in einem dritten Quartal so viel verdient, wie Konzernchef Josef Ackermann am Freitag in Frankfurt am Main verkündete. In dem Ergebnis enthalten sind Restrukturierungsaufwendungen von 156 Millionen Euro und der Erlös von 337 Millionen Euro aus dem Verkauf von DaimlerChrysler-Aktien.

Die Eigenkapitalrendite vor Steuern betrug 29 Prozent im dritten Quartal und 28 Prozent in den ersten neun Monaten. Damit liegt der deutsche Branchenprimus klar über seinem für das Gesamtjahr angestrebten Renditeziel von 25 Prozent. Allerdings trugen der Verkauf der Daimler-Aktien und die Restrukturierungsaufwendungen per saldo drei Prozentpunkte zu dieser Kennziffer im dritten Quartal bei.

«Nach drei hervorragenden Quartalen sind wir optimistisch, einen erfolgreichen Abschluss für das Gesamtjahr 2005 vorzulegen und diese positive Entwicklung im Jahr 2006 fortzuführen», sagte Ackermann.

Analysten zeigten sich positiv überrascht. Die Deutsche Bank sei in der Lage gewesen, hochgesteckte Erwartungen noch zu übertreffen, erklärte die HypoVereinsbank. Das Ergebnis sei aussergewöhnlich gut, die Kosten seien unter Kontrolle. Die Bank habe bewiesen, dass sie gut positioniert sei, wenn es darum gehe, Marktchancen zu nutzen. Das Bankhaus Sal. Oppenheim kündigte an, nach den guten Quartalszahlen die Nettogewinnprognose für die Deutsche Bank für das Gesamtjahr von derzeit 3,1 Milliarden Euro vermutlich um mindestens 400 Millionen Euro zu erhöhen. Die Landesbank Rheinland-Pfalz zeigte sich besondern von den guten Handelsergebnissen der Deutschen Bank beeindruckt.

An der Börse stieg die Deutsche-Bank-Aktie nach Vorlage der neuen Zwischenbilanz über 1,4 Prozent. Nach Gewinnmitnahmen gab der Kurs dann etwas nach und lag am Nachmittag (15.00 Uhr) noch mit 0,36 Prozent im Plus.

Dickes Plus beim Investmentbanking

Die Erträge betrugen den Angaben zufolge im dritten Quartal 6,6 Milliarden Euro und lagen damit um 31 Prozent über dem Wert des Vorjahresquartals. Der Gewinn aus dem Verkauf der DaimlerChrysler-Aktien trug 7 Prozentpunkte zu diesem Anstieg bei. Der Gewinn nach Steuern lag im Berichtsquartal mit 1,0 Milliarden Euro um 46 Prozent über dem Wert des Vorjahresquartals.

Besonders gut schnitt der Konzernbereich Unternehmen und Investmentbanking (CIB) ab, der vor Steuern um 136 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro stieg. Der Handel mit Kreditderivaten und Devisen (Sales and Trading Debt) glänzte mit einem Anstieg von 29 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro; der Bereich des klassischen Aktiengeschäfts und der Handel mit Derivaten zu Vermögensbeteiligungen (Sales and Trading Equity) verbesserte sich um 155 Prozent auf 1,0 Milliarden Euro.

Die Problemkredite gingen von 4,6 Milliarden Euro am Ende des zweiten Quartals 2005 auf 4,3 Milliarden Euro zum 30. September 2005 zurück. Damit sank die Problemkreditquote von 3,2 Prozent am Ende des Vorquartals auf 2,9 Prozent zum Ende des Berichtsquartals. Dies ist nach Angaben der Bank der niedrigste Wert seit fünf Jahren.

(dapd)

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