Deutsche Bank lässt Muskeln spielen
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Deutsche Bank lässt Muskeln spielen

Die Deutsche Bank lässt mit dem besten ersten Quartal ihrer Geschichte im Rücken die Muskeln spielen. Mit Zukäufen auf dem Heimatmarkt will Deutschlands grösste Bank ihre führende Position weiter ausbauen.

Vorstandschef Josef Ackermann schwor die Aktionäre am Dienstag auf der Hauptversammlung in Frankfurt am Main auf den Expansionskurs ein. Konkret hat Ackermann dabei die Berliner Bank im Visier, die der Bankgesellschaft Berlin AG gehört, um ihr Filialgeschäft auszubauen.

Die Deutsche Bank sei in einem «ausserordentlich guten Jahr» zu Hause stärker gewachsen als die deutsche Volkswirtshaft insgesamt und auch als der Markt, betonte Ackermann auf dem Aktionärstreffen in der Frankfurter Festhalle. Die weitere Entwicklung beurteilte Ackermann optimistisch: «Auch in Deutschland geht es bergauf». So würden nach der Einstellung von 750 neuen Beratern für den Vertrieb im vergangenen Jahr bei der Deutschen Bank in diesem Jahr allein in Deutschland 1.000 weitere neue Arbeitsplätze hinzukommen, sagte der Bankchef unter dem Beifall der Aktionäre.

Zugleich kündigte Ackermann verstärkte Investitionen vor allem in den Wachstumsregionen Asien und Nordamerika an. «Mit der Heimat im Herzen die Welt umfassen», zitierte der Schweizer Banker den verstorbenen deutschen Verleger Axel Springer. Nur aus einer Wettbewerbsposition der Stärke im eigenen Land heraus könne die Deutsche Bank auch in der Welt erfolgreich sein. Sein Haus habe auf dem Heimatmarkt eine starke Position: Die Erträge hier zu Lande stellten im vergangenen Jahr knapp 30 Prozent der Gesamterträge dar und seien damit ein wichtiger Geschäftspfeiler.

«Gut gerüstet»

«Die Deutsche Bank ist für die Zukunft gut gerüstet», erklärte Ackermann. Auch 2006 werde die Bank mit ihrem Geschäftsmodell und der ständigen Entwicklung neuer Produkte «für die Bedürfnisse unserer Kunden, vom grossen multinationalen Unternehmen bis zum Normalverbraucher» von dem freundlichen wirtschaftlichen Umfeld profitieren. Konkrete Ergebnisprognosen nannte er nicht. Vorwürfe, die Führung der Deutschen Bank richte ihre Strategie manchmal zu einseitig auf das Kapitalmarktgeschäft aus und vernachlässige das Privatkundengeschäft, wies er als unzutreffend zurück.

Auch die Aktionäre hätten von der «erfreulichen Entwicklung» der Bank profitiert, sagte Ackermann. So habe sich die Dividende in den vergangenen drei Jahren auf jetzt 2,50 Euro fast verdoppelt und der Aktienkurs Anfang Mai fast wieder alte Höchststände erreicht und damit den DAX in den Schatten gestellt.

Von den politisch Verantwortlichen in Deutschland verlangte Ackermann den Mut zu unbequemen, aber notwendigen Massnahmen. Die Unternehmenssteuern müssten gesenkt, die öffentlichen Haushalte konsolidiert und der Arbeitsmarkt flexibler werden, forderte er. «Dann kehrt der wirtschaftliche Erfolg in die Bundesrepublik zurück», versprach er.

Ausdrücklich bedankte sich Ackermann bei dem langjährigen Vorstands- und Aufsichtsratschef der Deutsche Bank, Rolf Breuer, der seinen Posten wegen der gerichtlichen Auseinandersetzungen mit dem früheren Medienunternehmer Leo Kirch Anfang Mai niedergelegt hatte. (dapd)

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