Aktualisiert 27.08.2012 12:16

«Kulturwandel»Deutsche Bank will Boni-Exzesse stoppen

Mit langfristigen Boni will die Deutsche Bank einen «Kulturwandel» bei den Vergütungen vollziehen. Im Extremfall kann die Bank ausgegebene Aktien wieder entziehen.

Die Deutsche Bank will gegen Boni-Exzesse vorgehen.

Die Deutsche Bank will gegen Boni-Exzesse vorgehen.

Die Deutsche Bank legt die Latte bei Bonuszahlungen für Neuzugänge von anderen Geldhäusern höher. Seit Jahresbeginn kann ihnen die Bank bei Misserfolgen auch jene Aktien nachträglich wieder entziehen, die sie beim Einstieg bei der Deutsche Bank erhalten haben.

Das sei ein Teil des «Kulturwandels», den sich die Bank auf die Fahnen geschrieben hat, sagte ein Sprecher am Montag. Die «Financial Times» berichtete, die Deutsche Bank sei die erste Grossbank, die derart strenge Regeln erlassen habe. Personalberatern zufolge könnte ihr das die Anwerbung von hochrangigen Bankern erschweren.

Die Bank hatte Ende Juni erklärt, sie wolle sich an die Spitze eines Wandels in der Investmentbank-Branche setzen. Dabei gehe es auch darum, die teils exorbitanten Gehälter der Branche auf ein Normalmass zu reduzieren.

Sie hoffe, damit stilprägend auch für andere Banken zu werden. In der Vergangenheit hatte die Deutsche Bank in der Branche den Ruf, mit hohen Gehältern Führungs- und Nachwuchskräfte von Konkurrenten abzuwerben.

Von der Neuregelung betroffen sind rund 1300 Mitarbeiter, die als «Risikoträger» gelten. Nur ein Teil von ihnen hat allerdings in den vergangenen Jahren den Arbeitgeber gewechselt.

Rückforderungen möglich

Seit 2009 werden auf Druck der Regulierer in vielen Banken die Leistungsboni nicht mehr vollständig nach dem Jahresende ausgezahlt.

Ein Teil davon wird nun auf die folgenden Jahre verteilt, um besser kontrollieren zu können, ob die mit einem Bonus belohnten Erfolge und Leistungen sich als nachhaltig für die Bank erwiesen haben oder ob ihr langfristig womöglich sogar Schaden entstanden ist. Mit den Skandalen um Geldwäsche und die Manipulation des Referenzzinssatzes Libor könnte zahlreichen Managern eine Rückforderung drohen.

Die verzögerten Anwartschaften auf Boni stellen Banker beim Wechsel des Arbeitgebers vor Probleme, weil diese in der Regel verfallen. Als Entschädigung - oder Lockmittel - erhalten sie dafür zumeist Aktien des neuen Arbeitgebers. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.