Aktualisiert 03.02.2005 11:39

Deutsche Bank will weltweit 6'400 Stellen streichen

Die Deutsche Bank will trotz des besten Ergebnisses seit vier Jahren weltweit noch einmal 6'400 Stellen streichen.

«Die Entscheidungen sind uns nicht leicht gefallen,» sagte Vorstandschef Josef Ackermann am Donnerstag bei der Vorlage der Bilanz 2004. Letztlich könne die Bank aber nur dann ein attraktiver Arbeitgeber sein, wenn sie ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichere. Enthalten in den Zahlen ist der bereits im Dezember angekündigte Abbau von mehr als 1.900 Jobs in Deutschland.

Da durch die Verlagerung von Stellen ins billigere Ausland 1.200 Arbeitsplätze neu geschaffen würden, belaufe sich der Abbau netto auf 5.200 Jobs. Durch das Umstrukturierungsprogramm, mit dem die Bank ihre Kosten senken und die Erträge steigern will, entfallen ungefähr 2.700 Jobs im Bereich Firmenkunden und Investment Bank (CIB) sowie im Bereich Privatkunden und Vermögensverwaltung (PCAM). Ungefähr 3.700 Stellen sind in Infrastrukturbereichen betroffen, zu denen unter anderem der Einkauf zählt. Die Gesamtkosten für das Programm bezifferte Ackermann auf 1,3 Milliarden Euro, davon seien 574 Millionen Euro bereits im vierten Quartal 2004 angefallen.

Im vergangenen Jahr steigerte die Bank ihr Vorsteuerergebnis um 50 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss verbesserte sich um 87 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. So viel hatte die Bank seit dem Jahr 2000 nicht mehr verdient. Die Erträge stiegen um 3 Prozent auf 21,9 Milliarden Euro. «Unsere Ziele haben wir erreicht. Dieser Erfolg ist Beweis dafür, dass wir gut aufgestellt sind», sagte Ackermann. Die Bank sei in beiden Konzernbereichen CIB und PCAM gut vorangekommen.

Der Bereich Privat- und Geschäftskunden habe mit einem bereinigten Gewinn vor Steuern von 1 Milliarde Euro sein ehrgeiziges Ziel erreicht. Der Bereich sei klar die Nummer eins in Deutschland, sagte Ackermann. «Deutschland ist für uns ein hochprofitables Geschäft und da wollen wir weiter wachsen», ergänzte der Firmenchef. Zugleich wolle die Bank ihren Wachstumskurs im Ausland fortsetzen.

Dabei steht die Bank auch möglichen Zukäufen offen gegenüber. Es gebe dafür aber strenge Kriterien. Denn viele Belastungen in der Vergangenheit seien durch übereilte Akquisitionen entstanden. Fusionsabsichten auf dem deutschen Markt hat die Deutsche Bank derzeit nicht. Ackermann sagte, die Investoren und Finanzmärkte wollten heute organisches Wachstum. «Wir wollen diesen Schritt zunächst sauber umsetzen».

Weiteres Wachstum 2005 angestrebt

Die Eigenkapitalrendite vor Steuern lag im vergangenen Jahr bei 17 Prozent, ohne die Sonderbelastungen hätte sie 19 Prozent erreicht. Ackermann zeigte sich zuversichtlich, dass die Deutsche Bank durch das Kostensenkungsprogramm in diesem Jahr das Ziel einer Vorsteuer-Eigenkapitalrendite von 25 Prozent vor Umstrukturierungskosten erreichen werde. Dazu sollte das Vorsteuer-Ergebnis noch einmal deutlich gesteigert werden, die Erträge sollten sich um 4 Prozent verbessern.

Das Volumen von Problemkrediten wurde im vergangenen Jahr auf 4,8 Milliarden Euro gesenkt nach 6,6 Milliarden Euro Ende 2003. Die Risikovorsorge verringerte sich von 1,1 Milliarden auf nunmehr 307 Millionen Euro. Die Aktionäre sollen eine um 13 Prozent auf 1,70 Euro erhöhte Dividende erhalten.

(dapd)

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