18’000 Franken pro Kopf - Deutsche Beraterfirma bringt dem VBS für eine halbe Million Digitalisierung bei
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18’000 Franken pro KopfDeutsche Beraterfirma bringt dem VBS für eine halbe Million Digitalisierung bei

Das Unternehmen ADA-Learning GmbH soll 27 Mitarbeitende aus- und weiterbilden. Bewerben musste es sich für den Auftrag nicht, Viola Amherd vergab diesen ohne Auschreibung.

von
Philippe Coradi
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Die Professorin Meike Meckel ist in der operativen Führung der ADA-Learning tätig. Daneben hat sie einen Lehrauftrag an der HSG in St. Gallen. 

Die Professorin Meike Meckel ist in der operativen Führung der ADA-Learning tätig. Daneben hat sie einen Lehrauftrag an der HSG in St. Gallen.

Wikipedia/Heike Huslage-Koch
27 Mitarbeitende des VBS erhalten über den Zeitraum eines Jahres Aus- und Weiterbildungen. 

27 Mitarbeitende des VBS erhalten über den Zeitraum eines Jahres Aus- und Weiterbildungen.

Mediathek/admin.ch
Bewerben für das Mandat musste sich die ADA Learning mit Sitz in Düsseldorf nicht. 

Bewerben für das Mandat musste sich die ADA Learning mit Sitz in Düsseldorf nicht.

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Darum gehts

  • Das Bundesamt für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS will in digitales Know-How investieren.

  • Dafür hat es eine deutsche Beraterfirma ADA-Learning engagiert. Der Auftrag kostet das VBS knapp 500’000 Franken.

  • Ausgeschrieben wurde das Mandat nie, Bundesrätin Viola Amherd beauftragte das Unternehmen freihändig.

Viola Amherds Vorgänger Ueli Maurer sprach oft und gerne von seiner Vision – der besten Armee der Welt. Diese übernahm 2019 die frisch gewählte Bundesrätin Viola Amherd. Nun will sie in einem Bereich des VBS vorwärts machen – beim Know-How zum Thema Digitalisierung. Das lässt sie sich knapp 500’000 Franken kosten. Mit diesem Geld erhalten 27 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während eines Jahres die Möglichkeit, sich aus- und weiterbilden zu lassen, schreiben die Zeitungen von «CH Media».

Mandat quasi unter der Hand vergeben

Erhalten hat den Auftrag das Unternehmen ADA Learning GmbH mit Sitz in Düsseldorf. Dieses wird operativ von Miriam Meckel und Léa Steinacker geführt, erstere ist auch Dozentin der HSG in St. Gallen.

Eigentlich gilt, dass Aufträge ab einem gewissen Betrag öffentlich ausgeschrieben werden müssten. So kann sich jede Firma den Job bewerben, Angebote können verglichen werden und dadurch entsteht ein Wettbewerb für das optimale Angebot. Die Verteidigungsministerin vergab aber das Mandat direkt an die ADA Learning GmbH.

Laut «CH Media» macht das VBS ihr Recht auf eine Ausnahmeregelung im freihändigen Verfahren geltend. Das Bundesamt schreibe, ADA sei die einzige ihr bekannte Anbieterin.

Im März 2021 kam es zu einer Datenpanne grösseren Ausmasses. Auf einer E-Learning-Plattform der Armee waren über 250’000 Datensätze von Armeeangehörigen, Fedpol- und NDB-Mitarbeitenden einsehbar.

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