Wegen Verkaufsverbot – Deutsche decken sich in Kreuzlingen mit Feuerwerk ein
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Wegen VerkaufsverbotDeutsche decken sich in Kreuzlingen mit Feuerwerk ein

Wegen Corona wird dieses Jahr in Deutschland kein Feuerwerk verkauft. Das beflügelt den Einkaufstourismus für einmal in die Gegenrichtung, wie ein Augenschein in Kreuzlingen TG zeigt.

von
Marion Alder
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Die Konstanzerin Leonie legt eine Packung Feuerwerkskörper auf die Rückbank eines Autos.

Die Konstanzerin Leonie legt eine Packung Feuerwerkskörper auf die Rückbank eines Autos.

Felix Kästle/dpa
Sie ist nicht die Einzige, die sich in der Schweiz mit Raketen eindeckt. 

Sie ist nicht die Einzige, die sich in der Schweiz mit Raketen eindeckt.

Felix Kästle/dpa
Auch an diesem Stand in Kreuzlingen shoppen viele Personen aus Deutschland. 

Auch an diesem Stand in Kreuzlingen shoppen viele Personen aus Deutschland.

20min/Marion Alder

Darum gehts

  • In Deutschland dürfen keine Feuerwerkskörper der Kategorie F2, also der klassischen Silvesterraketen, verkauft werden.

  • Deshalb fahren derzeit viele Deutsche in die Schweiz, um sich Feuerwerk zu besorgen.

«Mindestens die Hälfte der Kunden sind Deutsche», sagt Joschka Geisser, der an einem Feuerwerksstand in Kreuzlingen arbeitet. Auch in der Landi wird der Ansturm der Deutschen bemerkt. Es könnte sogar sein, dass der Laden bezüglich Raketen bald «ausgeschossen» sein könnte, wie vor Ort zu erfahren ist. «Dass vor allem deutsche Kunden Feuerwerk einkaufen, merkt man extrem», so eine Verkäuferin.

Wunderkerzen und Knallfrösche werden verkauft

Auf vielen öffentlichen Plätzen ist das Zünden von Feuerwerk in Deutschland verboten. Jede Gemeinde und Stadt kann selbst verfügen, in welchem Bereich Feuerwerk gezündet werden darf. Klar ist: Der Verkauf von Feuerwerk der Kategorie 2 ist derzeit in Deutschland verboten. Dazu gehören etwa Raketen und Böller. Nach wie vor verkauft wird Kleinstfeuerwerk der Kategorie 1, wie zum Beispiel Wunderkerzen, Tischbomben, Knallfrösche, kleine Vulkane oder Bengalfeuer.

Wer Feuerwerk über den Zoll nach Deutschland einführt, muss dieses anmelden. Erlaubt ist die Einfuhr von Silvesterraketen grundsätzlich nur für Personen über 18 Jahren. Untersagt ist die Einfuhr von sogenannten Raketen-Batterien mit mehr als 20 Gramm Netto-Explosivstoffmasse.

Viele Anfragen aus Deutschland

Auch Alain Stucki, Inhaber der Stucki AG in Wil, einer Feuerwerkshandelsfirma, bemerkt das Verkaufsverbot in Deutschland. «Wir bekommen sehr viele Anfragen von Deutschen, ob es erlaubt ist, Feuerwerkskörper in der Schweiz zu kaufen», sagt Stucki. Er verweise die Kunden jeweils auf die Internetseite des Deutschen Zolls.

Auch Familie Sauter aus Baden-Württemberg hat sich in Kreuzlingen mit Feuerwerk eingedeckt. Sie werden es im privaten Garten gemeinsam mit Nachbarn zünden. Im privaten Rahmen ist das Ablassen der Raketen noch erlaubt. Frau Sauter empfindet diese Regelung als inkonsequent. «Ich könnte verstehen, wenn selbst das Zünden der Raketen verboten wäre. Aber dass nur der Verkauf untersagt ist, macht für uns keinen Sinn.»

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Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

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