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AfghanistanDeutsche Elite-Truppe rettet Münchner Familie aus Kabul

In einer Nacht-und-Nebel Aktion bahnten sich die Elitesoldaten ihren Weg durch die Stadt und holten die dreiköpfige Familie raus.

von
Patrick McEvily
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Soldaten der deutschen Sondereinheit KSK haben in Kabul eine deutsche Familie befreit. (Symbolbild)

Soldaten der deutschen Sondereinheit KSK haben in Kabul eine deutsche Familie befreit. (Symbolbild)

Marijan Murat/dpa
Weil es der Mutter und ihren beiden Kindern nicht gelungen war, an den internationalen Flughafen Kabuls zu gelangen, machten sich die Elitesoldaten zu Fuss auf den Weg und holten die drei ab.

Weil es der Mutter und ihren beiden Kindern nicht gelungen war, an den internationalen Flughafen Kabuls zu gelangen, machten sich die Elitesoldaten zu Fuss auf den Weg und holten die drei ab.

AFP
In den vergangenen Tagen versuchten Zehntausende auf einen der wenigen Evakuierungsflüge westlicher Staaten aus Kabul zu gelangen.

In den vergangenen Tagen versuchten Zehntausende auf einen der wenigen Evakuierungsflüge westlicher Staaten aus Kabul zu gelangen.

AFP

Darum gehts

  • Die deutsche Bundeswehr hat eine dreiköpfige Familie aus Afghanistan befreit.

  • Die Mutter, ihre Tochter (19) und ihr Sohn (12) sassen seit Tagen in Kabul fest, das von den Taliban eingenommen worden ist.

  • Soldaten der Eliteeinheit KSK machten sich zu Fuss auf den Weg durch die Stadt und holten die drei raus.

Bundeswehr-Soldaten der Sondereinheit KSK haben eine dreiköpfige deutsche Familie aus Kabul befreit. Wie die «Bild»-Zeitung berichtet, hätten sich die Elitesoldaten in der Nacht von Samstag auf Sonntag zu Fuss in die Stadt aufgemacht und die Staatsangehörigen rausgeholt. Diese seien anschliessend nach Usbekistan geflogen worden.

An den Flughafen gebracht

Bereits seit Tagen sassen die 19-jährige Samira, ihr zwölfjähriger Bruder und die Mutter der beiden in Kabul fest. Auch 20 Minuten berichtete über sie. Die Familie stammt aus München und war zu Besuch bei der Grossmutter in Kabul. Mehrere Versuche, an den internationalen Flughafen der Hauptstadt zu gelangen, waren gescheitert.

Taliban-Kämpfer hatten die Familie zum Umkehren aufgefordert, sonst würden sie schiessen. Die Operation in der Nacht von Samstag auf Sonntag trug, gemäss Angaben der «Bild»-Zeitung, den Namen «Blue Light». Nach rund einer Stunde hätten die Soldaten Kontakt mit der Familie herstellen und sie anschliessend an den Flughafen bringen können.

Schweizer Elitesoldaten auch in Kabul

Auch die Schweiz ist seit vergangener Woche mit einer Sondereinheit vor Ort. Es handelt sich dabei um sechs Armee-Angehörige. Sie sollen dabei Schweizer Staatsbürgern, Ortskräften sowie deren Angehörigen helfen, das Land verlassen zu können.

Allerdings bleibt vieles zum Einsatz im Dunkeln. Die Strukturen des betroffenen Aufklärungsdetachements 10 sind unklar. In den Tamedia-Zeitungen hiess es zudem, diese sollten unbewaffnet bleiben. Armee-Experte Roger Schärrer bezweifelte dies gegenüber 20 Minuten jedoch.

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