Aktualisiert 30.03.2014 16:40

Erster Color RunDeutsche Firma wehrt sich gegen Farbenlauf

Um den ersten Schweizer Color Run in Eschlikon ist ein Rechtsstreit ausgebrochen: Eine deutsche Firma will den Event verbieten lassen. Der Veranstalter zeigt sich unbeeindruckt.

von
sst
Der Spass soll am Color Run im Mittelpunkt stehen. Die Stimmung zwischen dem Veranstalter dieses Laufs in Hannover und dem Schweizer Bruno Selebam ist hingegen weniger rosig.

Der Spass soll am Color Run im Mittelpunkt stehen. Die Stimmung zwischen dem Veranstalter dieses Laufs in Hannover und dem Schweizer Bruno Selebam ist hingegen weniger rosig.

Fünf Kilometer über Land rennen und sich dabei mit Farbe beschiessen lassen: Geht es nach Bruno Selebam, dem Veranstalter des ersten Schweizer Color Runs, sollen sich am 22. Juni im thurgauischen Eschlikon 1000 Leute vergnügen. Rund 200 Anmeldungen, darunter viele von Familien mit Kindern, sind schon eingegangen. Selebam hat die Bewilligung der Gemeinde erhalten, obwohl verschmutzte Felder befürchtet und die Verschwendung von Lebensmitteln kritisiert wird.

Lizenzvertrag mit Erfinder

Doch Selebam kämpft noch an einer zweiten Front: Eine deutsche Firma will den Anlass verbieten lassen und droht mit einem Rechtsstreit. «Herr Selabam hat keinerlei Rechte an der international registrierten Marke The Color Run», sagte Mandy Risch-Kerst, Anwältin der deutschen The Color Run GmbH, dem «Tagblatt». Die Firma habe die exklusiven Nutzungsrechte für alle Farbenläufe unter diesem Namen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dies habe sie sich im Rahmen eines Lizenzvertrags mit dem amerikanischen Erfindern der Läufe zusichern lassen.

Werbung verboten

Dass es die Firma ernst meint, zeigt ein Urteil des Landgerichts Berlin: Es verbietet Selabam, auf deutschem Staatsgebiet und mit Bildern der deutschen Farbenläufe zu werben. Am liebsten würde die Firma, an deren Events in München oder Berlin letztes Jahr tausende Menschen mitrannten, den Schweizer Event ganz verbieten lassen. Ob sie auch in der Schweiz vor Gericht zieht, lässt sie noch offen. Denn auch sie will in die Schweiz expandieren und hat bereits Orte angefragt, bisher wurde aber noch kein Event geplant.

«Ich kopiere sie nicht»

Bruno Selebam bleibt derweil gelassen: Er habe die Bewilligung ja schon. Sowieso glaubt er nicht daran, dass die deutsche Firma etwas gegen ihn in der Hand hat: «Ich kopiere sie nicht, sondern habe mein eigenes Konzept», sagt Selebam, der eine Beiz in Münchwilen führt. So setze er auf sechs anstatt vier Farben und er habe einen eigenen Song produziert. Zudem liess er letztes Jahr die Marke «colorrun.ch» beim Eidgenössischen Institut für geistiges Eigentum registrieren. Anstatt Rückzug setzt er auf Angriff: Zurzeit reicht er fast im Wochentakt Gesuche für neue Farbläufe ein.

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