Aktualisiert 26.06.2011 18:24

WM in Deutschland

Deutsche Fussballerinnen siegreich

Für Deutschlands Frauen beginnt die Heim-WM in Deutschland standesgemäss. Die Titelverteidigerinnen schlagen Kanada in Berlin 2:1. In der Hauptstadt herrscht Partystimmung.

Der deutsche Star Celia Okoyino da Mbabi mit der Nummer 13.

Der deutsche Star Celia Okoyino da Mbabi mit der Nummer 13.

Für Deutschlands Frauen beginnt die Heim-WM in Deutschland standesgemäss. Die Titelverteidigerinnen schlagen Kanada in Berlin 2:1.

Die Gastgeberinnen, die sich mit dem dritten Titel zum alleinigen Rekord-Weltmeister aufschwingen würden, setzten sich dank Toren von Kerstin Garefrekes und Celia Okoyino da Mbabi in der ersten Halbzeit durch. Kanada konnte durch einen herrlichen Freistoss-Treffer (82.) nur noch verkürzen, die deutsche Torhüterin Nadine Angerer musste nach 622 WM-Minuten erstmals hinter sich greifen. Sie war während der kompletten Titelkämpfe 2007 in China nie bezwungen worden. Die Partie im Berliner Olympiastadion verfolgten 73 680 Zuschauer, was Europarekord bedeutete.

Das Eröffnungsspiel in Sinsheim, wo der Bundesligist Hoffenheim seine Heimpartien austrägt, hatte Frankreich am Sonntagnachmittag gegen Nigeria 1:0 gewonnen.

Riesending für Deutschland

Zehntausende Fans in ganz Deutschland haben beim Public Viewing den Auftakt der Frauenfussball-Weltmeisterschaft bejubelt. Allein auf der grössten deutschen Fanmeile in Frankfurt am Main drängten sich während der Übertragung des ersten Spiels zwischen Frankreich und Nigeria am Sonntagnachmittag Tausende Fans. Im Ort des Finales werden nach Angaben der Stadt während der WM bis zu 1,5 Millionen Besucher erwartet. Allerdings ist das Interesse nicht überall so gross.

Anders als bei den Fussball-Grossveranstaltungen der Männer haben nur wenige grosse Städte Public-Viewing-Angebote für die Weltmeisterschaft geplant. Grossbildleinwände sind für die Spiele bis zum 17. Juli hauptsächlich in den Spielorten aufgebaut.

Nur 100 Interessierte am Potsdamer Platz in Berlin

In Berlin gibt es im Gegensatz zu den vergangenen Jahren in diesem Jahr keine Fanmeile um die Siegessäule. Viele Berliner verfolgten das Auftaktspiel im Fernsehen. Hunderte drückten der Mannschaft von Bundestrainerin Silvia Neid in Bars und Kneipen die Daumen. Rund 100 Interessierte hatten sich vor aufgestellten Fernsehgeräten am Potsdamer Platz eingefunden, wo sich bei den Übertragungen von Turnieren der Männer regelmässig Tausende Menschen drängen.

Rund 1000 Menschen fieberten mit den deutschen Frauen am Bundespressestrand nahe des Hauptbahnhofs. Viele waren in Trikots der Frauenelf erschienen und schwenkten die Deutschlandfahne. «Wir waren überrascht über den Zuspruch», sagte die Betreiberin der Strandbar, Johanna Ismeyer. Pünktlich zu Spielbeginn sei es sonnig geworden. «Trotzdem werden wir wahrscheinlich nur die Spiele mit deutscher Beteiligung übertragen», sagte die Betreiberin.

Wetter zeigt sich freundlich

Auch in Mönchengladbach hatte der Wettergott pünktlich zum Fanfest ein Einsehen. Nach zwei sehr tristen Tagen mit ständigen Regenschauern kam endlich die Sonne hervor und sorgte für beste Party-Stimmung in dem WM-Austragungsort. Bereits Stunden vor dem öffentlichen Public Viewing auf dem Kapuziner Markt drängten sich die Menschen durch die Stadt. Schon zum WM-Auftakt der deutschen Gruppen-Gegnerinnen Nigeria gegen Frankreich (0:1) säumten am Nachmittag 1200 Menschen die offizielle FIFA-Fanmeile im Mönchengladbacher Zentrum.

Auf der Fanmeile in Wolfsburg verfolgten mehr als 2.000 Besucher das Spiel gegen Kanada. Für das erste Deutschland-Spiel sei die Stadt mit der Resonanz «total zufrieden», sagte Stadtsprecher Ralf Schmidt auf dapd-Anfrage. «Wir hoffen, dass das Fussballfieber bei den kommenden Spielen noch mehr Leute ansteckt», sagte Schmidt.

«Auch ein Fest der Rechte der Frauen»

Unter dem Motto «Bayerisch-Schwaben grüsst die Welt» begann im einzigen bayerischen Spielort Augsburg das Rahmenprogramm zum Turnier. «Machen wir das Fest des Fussballs auch zu einem Fest der Rechte der Frauen rund um den Erdball», sagte die bayerische Familienministerin Christine Haderthauer (CSU). Der Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) sagte, die WM stelle eine nie dagewesene Unterstützung für den Frauenfussball dar. «Und dazu - und darauf bin ich stolz - trägt Augsburg bei», betonte das Stadtoberhaupt.

Auf dem Augsburger Stadtmarkt stehen Zuschauertribünen und eine sechs mal acht Meter grossen LED-Leindwand, auf der alle Spiele übertragen werden sollen. Zuzüglich der angrenzenden Gastronomiebetriebe sollen dort insgesamt 1300 Menschen Fussball schauen können.

120 000 Menschen bei Eröffnung der Frankfurter Fanmeile

Bereits am Samstagabend war in Frankfurt mit einer grossen Show auf dem Main die Fanmeile eröffnet worden. Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) drückte gegen 22.30 Uhr symbolisch auf den Startknopf. Nach Angaben des Veranstalters kamen mindestens 120 000 Menschen an den Main, um den Anpfiff zu verfolgen. Sie erlebten unter dem Titel «Ballzauber» gut 30 Minuten lang eine bunte, multimediale Feier. Im Mittelpunkt der Show stand eine 14 Meter hohe Bühne in Form eines Balls. Sie befand sich auf dem Main und konnte geöffnet und geschlossen werden.

(dapd/si)

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