Aktualisiert 21.03.2006 15:36

Deutsche Geiseln im Irak noch am Leben

Zwei Monate nach ihrer Entführung gibt es angeblich «indirekte Lebenszeichen» von den beiden deutschen Geiseln im Irak.

Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios, das sich auf deutsche Sicherheitskreise berief, geht es bei der Geiselnahme im Kern um Lösegeldforderungen. Bundeskanzlerin Angela Merkel geht davon, dass es für die Ingenieure aus Leipzig noch eine Chance auf Rettung gibt. «Ich kann nur sagen, der Krisenstab tut alles, um das Leben der beiden Geiseln zu retten», sagte Merkel am Dienstag in Baden-Baden.

Aussenminister Frank-Walter Steinmeier sagte in Berlin, es werde alles Menschenmögliche getan, damit die Deutschen wieder gesund in Freiheit kommen. «Ich darf Ihnen nur noch einmal sagen, es geschieht zum Schutz der Entführten, wenn wir über Details und Hintergründe unserer Bemühungen keine weitere Auskunft geben.»

René Bräunlich und Thomas Nitzschke waren am 24. Januar in der nordirakischen Stadt Baidschi verschleppt worden. Die Entführer hatten mit der Ermordung der Deutschen gedroht, wenn die Bundesrepublik nicht alle Kontakte zum Irak abbricht. Das letzte Lebenszeichen der Geiseln gab es in einer Videobotschaft ihrer Entführer vom 11. Februar. Am Montagabend hielten rund 400 Leipziger erneut eine Mahnwache für die beiden Entführten.

«In der Tat haben wir keine Hinweise auf irgendeine Katastrophe», sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler. Den ARD-Bericht über indirekte Lebenszeichen wollte er nicht bestätigen. Eine Spur zu den Entführern gibt es nach seinen Worten immer noch nicht.

Wenn hinter der Entführung keine politisch motivierte Gruppe stecke, könne er der Einschätzung zustimmen, «dass das keine schlechte Ausgangsbasis für ein gutes Ende ist», erklärte Erler. Der SPD-Politiker sprach von «Gerüchten und Spekulationen», wie sie schon mehrfach aufgekommen seien. «Und sie helfen uns leider nicht weiter», fügte er hinzu. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.