Fake-News verbreitet: Deutsche Grüne droht Ignaz Bearth mit Anzeige
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Fake-News verbreitetDeutsche Grüne droht Ignaz Bearth mit Anzeige

Ein falsches Zitat der deutschen Grünen-Politikerin Renate Künast sorgt in Deutschland für Aufregung. Urheber ist der Schweizer Rechtspopulist Ignaz Bearth.

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ann
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Dieser Post, der über 5000-mal geteilt wurde, ist falsch. Die Grünen-Politikerin Renate Künast hat sich bisher nicht zur Ermordung der Joggerin in Freiburg geäussert. Die «Süddeutsche Zeitung» hat sie auch in keiner Weise in diesem Zusammenhang zitiert.

Dieser Post, der über 5000-mal geteilt wurde, ist falsch. Die Grünen-Politikerin Renate Künast hat sich bisher nicht zur Ermordung der Joggerin in Freiburg geäussert. Die «Süddeutsche Zeitung» hat sie auch in keiner Weise in diesem Zusammenhang zitiert.

Ignaz Bearth, der sich so auf Facebook präsentiert, hat mit dem Zitat, das zuerst auf seiner Facebook-Seite gepostet wurde, Empörung ausgelöst.

Ignaz Bearth, der sich so auf Facebook präsentiert, hat mit dem Zitat, das zuerst auf seiner Facebook-Seite gepostet wurde, Empörung ausgelöst.

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Die Bundestagsabgeordnete Renate Künast hat mit Tweets und einem Facebook-Post reagiert.

Die Bundestagsabgeordnete Renate Künast hat mit Tweets und einem Facebook-Post reagiert.

Clemens Bilan

Ein in den sozialen Medien verbreitetes Zitat der deutschen Grünen-Politikerin Renate Künast sorgt derzeit für Aufregung im Netz. Die Aussage, die Künast angeblich zum Mord der 19-jährigen Studentin in Freiburg in der «Süddeutschen Zeitung» gemacht haben soll, ist frei erfunden. «Ich habe eine solche Äusserung nicht getätigt», schreibt die Bundestagsabgeordnete auf Facebook und bezeichnet den Fake als «unverschämt».

Urheber des Zitats ist offenbar der Schweizer Ignaz Bearth. Der ehemalige Gründer und Sprecher der Pegida Schweiz hat das Foto von Künast mit dem Zitat am Sonntag, 4. Dezember auf Facebook gepostet. Dort wurde es mehr als 5000-mal geteilt. Nach zahlreichen Interventionen der «Süddeutschen Zeitung», von Künast selbst und Facebook-Nutzern wurde der Post am Dienstagmorgen gelöscht.

Aus Pegida-Bewegung hinausgeworfen

20 Minuten hat vergeblich versucht, mit Bearth Kontakt aufzunehmen. Ihm könnte einiges Ungemach drohen. Künast hat gedroht, Strafanzeige gegen den Urheber einzureichen. Es wäre nicht die erste für Bearth. Im März dieses Jahres wurde er wegen «Zuwiderhandlung des Kundgebungsreglements» in Bern verurteilt. In diesem Fall musste er 700 Franken zahlen. Bei Künast könnte dies deutlich teurer werden.

Aber Bearth scheint die Auseinandersetzung zu suchen. So hat er sich in den rechtspopulistischen Kreisen ein Ansehen geschaffen und konnte an zahlreichen Pegida-Anlässen in Dresden und anderen deutschen Städten ans Rednerpult treten. Doch bald schon kam es zu einem Konflikt mit dem deutschen Lutz Bachmann, dem Pegida-Anführer aus Dresden.Im März wurde Bearth dann aus der Pegida-Bewegung ausgeschlossen.

Immer wieder Fake-News geteilt

Seither ist es deutlich stiller um den Rechtspopulisten geworden, der jetzt noch Präsident der St. Galler Mini-Partei Direktdemokratische Partei Schweiz ist. Mit dieser hatte Bearth erfolglos für die National- und Kantonsratswahlen kandidiert.

Ein Forum hat Bearth, der Kontakte zu zahlreichen rechtspopulistischen Kreisen von Frankreich über Deutschland bis nach Österreich pflegt, vor allem noch in den sozialen Medien. Dort hat er schon vor dem falschen Zitat der Grünen-Politikerin zahlreiche Fake-News und Anschuldigungen auf Facebook geteilt. Deswegen ist er bereits zuvor ins Visier von Kritikern geraten.

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