Uster ZH: Deutsche Kindergärtnerin bangt um Job
Aktualisiert

Uster ZHDeutsche Kindergärtnerin bangt um Job

Das Ja zur Mundart-Initiative im Chindgsi trifft vor allem Hochdeutsch sprechende Kindergärtnerinnen. Eine davon ist Claudia Kunz, die nun um ihren Job fürchtet.

von
Roman Hodel

«Das Abstimmungsergebnis beschäftigt mich sehr», sagt Claudia Kunz. Die 26-Jährige stammt aus dem Raum Dresden und arbeitet seit vier Jahren als Kindergärtnerin in Uster.

«Viele Eltern sind anfangs skeptisch und denken ‹ui, eine Deutsche›, die Kinder dagegen finden ‹cool, die redet ja wie im Fernsehen›», sagt Kunz. «Doch spätestens nach dem Elternabend ist jeweils alles gut.» Kunz, die mit einem Schweizer verheiratet ist, versteht Züri­tüütsch zwar bestens, dennoch spricht sie im Chindsgi Hochdeutsch, die Kinder mit ihr derweil Schweizerdeutsch. «Ich benütze einzig gewisse typische Dialektwörter wie Chämi statt Schornstein», so Kunz. Dass sie nun womöglich Züritüütsch sprechen lernen muss, bereitet ihr Sorgen: «Ich werde mich noch mehr beweisen müssen, als meine Schweizer Arbeitskolleginnen und habe Angst, den Job zu verlieren.»

Martin Wendelspiess, Leiter des Volksschulamts, beruhigt: «Wer Hochdeutsch spricht, verliert nicht gleich die Stelle.» Betroffen seien 10 bis 20 der total 1700 Kindergärtnerinnen. Allerdings werde sich der Lehrermangel weiter zuspitzen, wenn Deutsche nicht mehr in Frage kommen. Letztlich müssten die Gemeinden entscheiden, ob das Deutsch einer Kindergärtnerin den Vorgaben entspricht. Wendelspiess: «Gerade wenn Deutsche reden wie etwa Ottmar Hitzfeld, läuft dies ja schon fast unter Schweizer Mundart.»

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