Sexarbeit während Corona - Deutsche Kirche fordert Unterstützung für Prostituierte
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Sexarbeit während CoronaDeutsche Kirche fordert Unterstützung für Prostituierte

Der soziale Dienst der evangelischen Kirchen sorgt sich um Prostituierte, die wegen des Arbeitsverbots in die Misere geraten. Sie sollen unter anderem Sozialhilfe erhalten.

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Prostituierte sollen nach dem Willen des Sozialverbands Diakonie während der Pandemie Zugang zu Sozialhilfe und der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten.

Prostituierte sollen nach dem Willen des Sozialverbands Diakonie während der Pandemie Zugang zu Sozialhilfe und der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten.

REUTERS

Darum gehts

  • Prostituierte sollen nach dem Willen des Sozialverbandes Diakonie vom Staat unterstützt werden.

  • Der Verband fordert alle Beteiligten an einen runden Tisch.

  • Die Diakonie will nach der Pandemie kein Verbot der Prostitution anstreben.

Der Sozialverband Diakonie hat angesichts des wegen der Corona-Pandemie erlassenen Prostitutionsverbots schnelle staatliche Hilfe für Prostituierte gefordert. «Sie sind völlig mittellos, arbeiten im Verborgenen weiter und müssen sich auf Vieles einlassen», sagte Diakonie-Vorstandsmitglied Maria Loheide der «Augsburger Allgemeinen» (Freitagausgabe). Ihnen müsse jetzt der Zugang zu Sozialhilfe und der gesetzlichen Krankenversicherung geöffnet werden.

«Corona hat das Leben vieler Prostituierter drastisch verschlechtert», sagte Loheide. Sie schlug die Einberufung eines runden Tischs vor, an dem unter anderem Bund, Länder, Kommunen, Sozialverbände und die Polizei teilnehmen sollen. Loheide forderte, die Beratungsarbeit vor Ort grundsätzlich zu verstärken, vor allem durch mobile Teams, die Prostituierte aufsuchen.

Knapp eine halbe Million Sex-Workerinnen

Die Diakonie sprach sich dagegen aus, Prostitution nach dem Ende der Pandemie grundsätzlich zu verbieten. «Prostitution hört nicht einfach auf, wenn man sie verbietet», sagte Loheide. Laut Bericht arbeiten offiziell 40’000 Menschen als registrierte Prostituierte. Andere Schätzungen gehen davon aus, dass es tatsächlich bis 400’000 sind. Wegen der Eindämmung des Coronavirus sind Bordelle, Stundenhotels und Terminwohnungen derzeit geschlossen.

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(AFP/pco)

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