Deutsche im Kanton Zürich: Deutsche kommen und bleiben
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Deutsche im Kanton ZürichDeutsche kommen und bleiben

Dass die Deutschen mittlerweile die grösste Ausländergruppe im Kanton Zürich sind, hängt unter anderem mit der Personenfreizügigkeit zusammen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Statistischen Amts des Kantons Zürich.

Seit dem Inkrafttreten des Abkommens zwischen der Schweiz und der EU vom 1. Juni 2002 habe sich das Muster und der Umfang der Zuwanderung verändert, heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag. Vor allem als die Kontingentierungen der Aufenthaltbewilligungen für Staatsangehörige aus EU/EFTA-Ländern 2007 aufgehoben wurde, seien die Zuwanderungszahlen stark angestiegen.

Die Einwandernden stammen mehrheitlich aus den «alten» EU-Mitgliedstaaten - zu einem grossen Teil aus dem benachbarten Deutschland. Der Anteil der deutschen Staatsangehörigen an allen Zuwandernden hat in den vergangenen Jahren sukzessive zugenommen, 2007 machte er über 40 Prozent aus.

Das zweitwichtigste Herkunftsland war in den vergangenen sechs Jahren Portugal. Danach folgten Serbien, Italien, Grossbritannien, die USA, Österreich und Frankreich.

Deutsche bleiben auch

Für die Bevölkerungsentwicklung wichtig sei aber die so genannte Wanderungsbilanz, heisst es in der Mitteilung weiter. Diese ergibt sich aus der rechnerischen Gegenüberstellung von Zu- und Wegwanderungen. So fällt insbesondere die Bilanz der Deutschen positiv aus. Allein 2007 übertraf die Zahl der Zuwanderungen jene der Wegwanderungen um 10 000.

Bei den traditionellen Migrationsländern Italien und Spanien ist die Wanderungsbilanz hingegen negativ. In den vergangenen Jahren wanderten mehr Personen in ihr Heimatland zurück, als von dort neu zuwanderten.

Jobs locken

Als Einwanderungsgrund gilt die Erwerbstätigkeit. Mittlerweile kommen 55 Prozent aller Einwandernden in den Kanton Zürich, weil ihnen hier ein Job winkt. Wegen des Familiennachzugs - bis vor kurzem der wichtigste Einwanderungsgrund - kommt hingegen nur noch jede dritte Person.

Wegen des Freizügigkeitsabkommens bestehen aber je nach Herkunftsregion grosse Unterschiede. Personen aus dem EU/EFTA-Raum kommen zu drei Vierteln wegen der Arbeit und zu knapp einem Viertel wegen der Familie in den Kanton Zürich. Aus Drittstaaten hingegen kommen die meisten nach wie vor im Rahmen des Familiennachzugs und nur gut Ausgebildete wegen des Erwerbs.

(sda)

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